Diskursmacht und Imagination
Drei Fragen an Ingo Dachwitz

© Darja Preuss
Für das Kurzinterview-Format „Nur ganz kurz“ unseres Newsletters haben wir den Tech-Journalisten und Autor Ingo Dachwitz – zugleich Mitglied des Beirats der Akademie – gefragt, was ihn derzeit besonders umtreibt.
Was bewegt Sie derzeit besonders?
Ingo Dachwitz: Die zunehmende Diskursmacht postfaktischer Influencer, Podcaster und Kampagnenmedien von Rechtsaußen, die inzwischen bis weit hinein in bürgerliche und konservative Kreise als legitime Quellen gelten.
Worüber müssen wir streiten?
Dachwitz: Künstliche Intelligenz! Europa folgt blind der Zukunftserzählung von Big Tech und investiert massiv in den Ausbau von Rechenzentren, während ökologische Kosten und die Ausbeutung von Datenarbeiter:innen immer noch ausgeblendet werden. Gleichzeitig fliegen immer wieder Politiker:innen und Journalist:innen auf, die Beiträge von Chatbots haben schreiben lassen, und sie schämen sich nicht mal mehr dafür. So verspielt man Vertrauen.
Was sollen wir lesen?
Dachwitz: Feministische Science-Fiction von Ursula K. Le Guin oder Nnedi Okorafor, weil wir die Imagination gesellschaftlicher Zukünfte nicht länger Tech-Milliardären und anderen Autoritären überlassen dürfen.
Ingo Dachwitz ist Kommunikationswissenschaftler, Journalist (netzpolitik.org) und Buchautor („Digitaler Kolonialismus“, mit Sven Hilbig). Er gehört dem fünfköpfigen Beirat an, der die Arbeit der Evangelischen Akademie begleitet sowie Direktion und Studienleitung bei der Programmentwicklung berät.
Das Interview haben wir zuerst in leicht gekürzter Form in unserem Newsletter für Juli und August veröffentlicht, der alle zwei Monate über Veranstaltungen und Aktivitäten der Akademie informiert.
Erschienen am 10.07.2026
Aktualisiert am 10.07.2026



