Gute Nachricht in schlechten Zeiten?

Gute Nachricht in schlechten Zeiten?

rbb24 Inforadio Forum zur politischen Kultur

Foto des Podiums während der Veranstaltung

© Ali Rezaie/EAzB

Brauchen wir in Politik, Journalismus und Gesellschaft mehr Fokus aufs Gelingen als darauf, was alles nicht funktioniert? Darum ging es beim jüngsten rbb24 Inforadio Forum in Kooperation mit der Evangelischen Akademie. Auf dem Podium diskutierten die frühere Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, der stellvertretende Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Wulf Schmiese, die Trainerin für Positive Psychologie Mailin Modrack und Akademiedirektorin Friederike Krippner. 

im Gespräch mit Moderatorin Mirjam Meinhardt ging es darum, ob sich Journalismus tatsächlich zu sehr auf „schlechte“ Nachrichten konzentriert, welchen Beitrag die Politik zu der Wahrnehmung leistet, dass es überwiegend schlechte Nachrichten gibt, und wie die Politische Bildung auf Veränderungen der politischen Öffentlichkeit reagiert. 

ZDF-Journalist Wulf Schmiese argumentierte, die Aufgabe von Medien sei keine pädagogische, sondern in erster Linie die kritische Begleitung der Politik. Dabei stürze man sich keineswegs nur auf das vermeintlich Schlechte, sondern berichte stets mit Blick auf Lösungsmöglichkeiten, wenn diese erkennbar seien. Zur Rolle der Medien gehöre es aber nicht, Politik oder Öffentlichkeit zu bestimmten Lösungen zu drängen.

Die Linken-Politikerin Petra Pau verwies selbstkritisch auf die Art und Weise, wie Politik funktioniere und kommuniziert werde: Die Menschen wüssten im Allgemeinen durchaus, wogegen bestimmte Politikerinnen und Politiker seien – aber viel weniger, wofür sie einträten und wie oder mit welchen Verbündeten sie es verwirklichen wollten.

Einen für die menschliche Psyche handhabbaren Umgang mit Nachrichten finden

Die Psychologin Mailin Modrack erklärte die Neigung, negative Nachrichten stärker wahrzunehmen, mit dem evolutionären Erbe des Menschen. Zugleich wies sie auf empirische Befunde hin, denen zufolge sehr viele schlechte Nachrichten eher dazu führen, dass Menschen ganz abschalten. Modracks Folgerung: Es gehe nicht darum, Nachrichten auszublenden, sondern um einen für die menschliche Psyche handhabbaren Umgang damit. 

Akademiedirektorin Friederike Krippner betonte, politische Bildung ziele darauf, Menschen zur politischen Teilhabe in einer Demokratie zu beflügeln. Eine krisenhafte gesellschaftliche Grundstimmung erschwere dies aber. Darauf müsse die politische Bildung auch mit neuen Formaten reagieren. Diskutiert wurde auch, welchen Anteil die Sozialen Medien im politischen Raum einnehmen und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Die Aufzeichnung des gemeinsamen Forums wurde am 18. Januar im rbb Inforadio ausgestrahlt und ist jetzt auf der rbb24-Website sowie in der ARD-Mediathek nachzuhören.

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Krippner, Friederike 2020

Dr. Friederike Krippner

Akademiedirektorin

Telefon (030) 203 55 - 505

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