Potsdamer Friedensdiskurs

Nukleare Teilhabe in der NATO: Friedensgarant oder Konflikttreiber?

Videorückblick zum Online-Fachgespräch

Gefahr oder Sicherheit – was bedeuten die in Deutschland gelagerten Atombomben? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 5. Potsdamer Friedensdiskurses. Die EKD-Synode hat dazu 2019 bekräftigt: Die Drohung mit Nuklearwaffen könne „nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden“.

Sind Atombomben gefährlicher Ballast oder noch Teil der notwendigen Sicherheitsgarantie der NATO? Welche Rolle spielt Deutschland, wenn es um die Zukunft nuklearer Abrüstungsfragen und der strategischen Ausrichtung des NATO-Bündnisses geht? Eine „Welt ohne Atomwaffen“ ist weit verbreiteter Konsens – das haben auch die Beiträge und die Diskussion beim Potsdamer Friedensdiskurs am 2. September gezeigt. Der Weg dorthin ist allerdings nach wie vor kontrovers:

Wie die christlichen Kirchen (auch innerhalb der Ökumene) zu Nuklearwaffen stehen, referierte Karen Hinrichs, Geschäftsführende Direktorin des Friedensinstituts Freiburg, in ihrem friedenstheologischen Impuls. Eine kritische Analyse des Status Quo der „nuklearen Teilhabe“ lieferte Peter Rudolf, Senior Researcher an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Aus Sicht der Bundeswehr erläuterte Oberst Matthias Rogg (Leiter des German Institute for Defence and Strategic Studies, Führungsakademie der Bundeswehr) die Notwendigkeit, an der „nuklearen Teilhabe“ festzuhalten, um im Bündnis die deutsche Position im Blick auf verstärkte Abrüstungsbemühungen gezielt einbringen zu können. Schließlich legte Franca Brüggen (stellv. Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, International Campaign to Abolish Nuclear Weapons/ICAN) den Fokus auf den 2017 von den VN verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag. Sie warb dafür, dass auch Deutschland als NATO-Mitglied den Vertrag unterzeichnen und gleichzeitig seinen Einfluss für neue und weitere Abrüstungsbemühungen geltend machen könne.

Weiterführende Links:

Deutschland, die Nato und die nukleare Abschreckung, SWP-Studie 11 von Peter Rudolf, Mai 2020,

Nukleare Teilhabe – Ungeliebter Pfeiler transatlantischer Sicherheit, GIDS-Statement vom Juli 2020,

Offener Brief für das Atomwaffenverbot, von ICAN koordinierter Appell von 56 ehemaligen Staats- und Regierungschefs, Außen- und Verteidigungsminister*innen aus 20 NATO-Staaten sowie aus Japan und Südkorea (PDF-Dokument)

Gemeinsame Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Heiner Wilmer, und des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, zum Hiroshima-Tag 2020

2020 2 Sep

Fachgespräch

Online

Nukleare Teilhabe in der NATO: Friedensgarant oder Konflikttreiber?

Der Potsdamer Friedensdiskurs 2020 greift ein aktuelles Thema auf: Durch neue Impulse aus der Führung der SPD wird die „nukleare Teilhabe“ Deutschlands im Rahmen der NATO wieder intensiver diskutiert. Ist sie noch Teil der notwendigen… weiter
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