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Not-wendige Entscheidungen?

 
 

Tagung

Not-wendige Entscheidungen?

Europäische Wege zur Prioritätensetzung im Gesundheitssystem

Tagungsnummer
2005TG20
03. Juni 2005
11:15 - 19:30 Uhr
Inhalt:

Leitung

Simone Ehm

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

Die Finanzierungsprobleme im Gesundheitssystem sind schon seit langem Thema nicht nur der deutschen Gesundheitspolitik. Den sich verschärfenden Knappheitsbedingungen im Gesetzlichen Krankenversicherungssystem liegen eine Reihe von Ursachen zugrunde: der medizinisch technische Fortschritt, die Ausweitung des medizinischen Angebots, der demografische Wandel, das sich verändernde Krankheitsspektrum, die hohe Arbeitslosigkeit, die sinkende Lohnquote und die weitgehend ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Entscheidungen sowohl im Hinblick auf die Ausgabenseite als auch auf die Einnahmeseite des Gesundheitssystems scheinen unausweichlich, um eine ausreichende Gesundheitsversorgung aller sicherzustellen.

Im Fokus der Veranstaltung steht die Frage nach Entscheidungen auf der Ausgabenseite, die notwendig sind, um die begrenzten Mittel angemessen zu verwenden. Wie kann eine gerechte Mittelvergabe durch wen, in welchen Verfahren und anhand welcher Kriterien gewährleistet werden? Hierzu wird in Deutschland seit längerem eine offene und breit angelegte Diskussion darüber, welche gesundheitlichen Leistungen vorrangig (prioritär) bzw. nachrangig (posterioritär) sind, angemahnt. Diese Priorisierungs bzw. Posteriorisierungsdebatte müsse eventuell unausweichlichen Rationierungsentscheidungen vorangehen. Trotz der unterschiedlich strukturierten Gesundheitssysteme lohnt ein Blick ins europäische Ausland, insbesondere nach Skandinavien, da einige Länder mit vergleichbaren Finanzierungsproblemen bereits vor mehr als zehn Jahren damit begonnen haben, neue Strategien zur Ressourcenverteilung im Gesundheitswesen zu entwickeln. Ausgehend von den Erfahrungen in nord und westeuropäischen Gesundheitssystemen soll diskutiert werden, wie in Deutschland eine Prioritätensetzung im Gesundheitssystem aussehen kann. Insbesondere wird zu klären sein, inwieweit gesundheitliche Leistungen bereits heute vor bzw. nachrangig zur Verfügung gestellt werden und nach welchen politischen Verfahren und ethischen Kriterien die breite Öffentlichkeit Ressourcen im Gesundheitssystem verteilen würde.

Wir laden Sie herzlich ein!


Simone Ehm

Evangelische Akademie zu Berlin


Dr. Maria Luise Schneider

Katholische Akademie in Berlin


René Röspel, MdB

Vorsitzender der Enquete Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin"

des Deutschen Bundestages



Eine Kooperation der Evangelischen Akademie zu Berlin mit der Katholischen Akademie in Berlin und der Enquete Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages.


Programm:

ab 11.15 Uhr Anmeldung


12.00 Uhr Begrüßung

Simone Ehm, Evangelische Akademie zu Berlin

Dr. Maria Luise Schneider, Katholische Akademie in Berlin


12.10 Uhr Ressourcenverteilung und Prioritätensetzung in der Gesundheitsversorgung in Europa

Eine Einführung

PD Dr. Georg Marckmann, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Tübingen

Moderation: Simone Ehm, Evangelische Akademie zu Berlin


12.40 Uhr Wer ist verantwortlich?

Entwicklung und Anwendung von Leitlinien und Prioritäten im schwedischen Gesundheitssystem

Torbjörn Malm, National Board of Health and Welfare, Unit for medical guidelines and priorities, Schweden

Moderation: Dr. Wolfgang Wodarg, MdB


13.30 Uhr Prioritätensetzung in der gesetzlichen Krankenversicherung?

Die Situation in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des Sozialrechts

Prof. Dr. Volker Neumann

Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sozialrecht und Staatstheorie, Humboldt Universität zu Berlin

Moderation: Michael Kauch, MdB


14.20 Uhr Kleiner Imbiss


15.20 Uhr Priorisierung im medizinischen Alltag in Deutschland unter Einbeziehung europäischer Erfahrungen

Dr. Jeanne Nicklas Faust, Berlin

Moderation: Prof. Dr. Johannes Reiter, Professor für Moraltheologie, Universität Mainz


16.10 Uhr Fairness, Effizienz, Hoffnung

Gesellschaftliche Präferenzen für die Prioritätensetzung: Ein vergleichender Blick durch Europa

Jun. Prof. Dr. David Schwappach, MPH, Lehrstuhl für Gesundheitspolitik und Gesundheitswissenschaften, Universität Witten Herdecke

Moderation: Prof. Dr. Dr. Heiner Raspe, Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Universität zu Lübeck


17.00 Uhr PODIUMSKUSSION

Priorisierung als Basis für Solidarität

Jun. Prof. Dr. Peter Dabrock, Evangelische Theologie Sozialethik/Bioethik, Universität Marburg,

Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Hamburg

Dr. Monika Bobbert, Institut für Geschichte der Medizin Bereich Medizinethik, Universität Heidelberg

Prof. Dr. Weyma Lübbe, Lehrstuhl für Praktische Philosophie, Universität Leipzig

Moderation: Prof. Dr. Dietmar Mieth, Katholisch theologisches Seminar, Universität Tübingen


Ausblick: René Röspel, MdB, Vorsitzender der Enquete Kommission

"Ethik und Recht der modernen Medizin"


18.30 Uhr Ausklang mit Imbiss


gegen 19.30 Uhr Ende der Veranstaltung

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