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So nimm denn meine Hände

 
 

Tagung

So nimm denn meine Hände

Theorie und Praxis christlicher Hospizarbeit

Tagungsnummer
2005TG09
24. - 25. Februar 2005
15:45 - 16:30 Uhr
Inhalt:

Leitung

Simone Ehm /Dr. Erika Godel

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

Nach mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit der Hospizbewegung in Deutschland ist heute allgemein bekannt, dass Hospiz nicht primär ein Ort ist, ein Haus oder eine Institution, sondern eine Idee, ein Konzept und eine Haltung. Angesichts der Tendenz zur Hospitalisierung, Privatisierung und Individualisierung des Sterbens in unserer Gesellschaft hat die Hospizbewegung maßgeblich dazu beigetragen, die Auseinandersetzung mit Grundthemen menschlicher Existenz, wie Leben, Sterben, Tod, Trauer und Neubeginn, nicht nur als eine persönliche, sondern auch als eine gesellschaftliche Notwendigkeit zu verstehen. Die konkrete Hinwendung zu Sterbenden ist nicht nur als eine Aufgabe für einzelne Menschen, sondern für das Gemeinwesen unverzichtbar.

Die Hospizbewegung hat als eine medizin, pflege und kulturkritische Bürgerbewegung begonnen. Aus dem bürgerschaftlichen Engagement einzelner ehrenamtlich arbeitender Menschen ist mittlerweile eine Bewegung engagierter Fachleute unterschiedlicher Professionen im Umfeld sterbenskranker Menschen geworden. Aus kleinen Hospizinitiativen und Vereinen bildeten sich Kooperationen, beispielsweise mit Diakonischen Werken, und Dachorganisationen, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (BAG) und, in der evangelischen Kirche, der Arbeitskreis Hospiz. Neben der ambulanten Hospizarbeit nimmt die stationäre immer mehr Raum ein. Die Hospizarbeit hat sich im medizinischen und sozialen Versorgungssystem Deutschlands etabliert und ist in die bestehenden Strukturen des Gesundheitswesens eingebunden.

Setzt die zunehmende Institutionalisierung der Hospizbewegung ihr Grenzen? Was bleibt und was wird aus ihr, wenn sie sich von einer zunächst protestorientierten, von Ehrenamtlichen getragenen Bürgerbewegung weg in die Verantwortung innerhalb des staatlichen Gesundheitssektors bewegt? Widersprechen sich Professionalität und Ehrenamtlichkeit? Gibt es ein Spannungsverhältnis zwischen haupt und ehrenamtlich Mitarbeitenden? Wie stellt sich christliche Hospizarbeit theoretisch und praktisch den Herausforderungen, Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu sein? Kann Nächstenliebe mit einer Krankenversicherung abgerechnet werden?

Wir laden ein, über Fragen der Gegenwart und Zukunft der christlichen Hospizarbeit zu hören und zu reden.


Simone Ehm, Dr. Erika Godel

Evangelische Akademie zu Berlin


Susanne KahlPassoth

Diakonisches Werk BerlinBrandenburg

Programm:

Donnerstag, 24. Februar 2005


15.15 Uhr Anmeldung, kleiner Imbiss


15.45 Uhr Begrüßung und Einführung


16.00 Uhr Von der Bewegung zur Institution

Geschichte christlicher Hospize

Schwester Adelheid Rieffel, v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel


16.45 Uhr Kann Nächstenliebe abgerechnet werden?

Christliche Hospize als Bestandteil des medizinischen Versorgungs- und Finanzierungssystems

Bernhard Heilmann, Theologe und Organisationsberater, Duisburg


17.30 Uhr Kaffeepause


18.00 Uhr Sterben in Europa unter dem Dach der Schulmedizin?

Entwicklung von (christlichen) Hospizen im europäischen Vergleich

Prof. Dr. Reimer Gronemeyer, Theologe und Professor für Soziologie an der Justus Liebig Universität, Gießen


Anschließende Diskussion


19.30 Uhr Abendessen



Freitag, 25. Februar 2005


9.00 Uhr Christlich Sterben in Organisationen?

Das Profil christlicher Hospizarbeit und die Institutionalisierung von Sterbebegleitung

Prof. Dr. Franco Rest, Professor für Erziehungswissenschaften, Sozialphilosophie / Sozialethik, Fachhochschule Dortmund


10.00 Uhr Praxis christlicher Hospizarbeit

Statements und anschließende Arbeitsgruppenphase:


Mehr als eine "Liturgie der Anwesenheit"?

Ehrenamtliche Tätigkeit im Hospiz

Schwester Ruth Sommermeyer, Luise-Henrietten-Stift Lehnin


Aufgaben und Grenzen ärztlichen Handelns im Hospiz

Renate Gatterfeld, Fachärztin für Anästhesiologie, Berlin


Traumjob: Pfleger/Pflegerin im Hospiz?

Johannes Schlachter, Pflegedienstleitung Ricam-Hospiz, Berlin


Leib und Seelsorge am Ende des Lebens:

Seelsorgerliche Begleitung im Hospiz

André Sebastian Zank Wins, Pfarrer im Diakonie-Hospiz Lichtenberg


13.00 Uhr Mittagessen


14.30 Uhr Zukunft christlicher Hospizarbeit

Podiumsdiskussion

Schwester Adelheid Rieffel, v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel

Roswitha Kottnik, Pfarrerin, Diakonisches Werk der EKD, Stuttgart

Ute Reimann, Dipl.-Supervisorin, Organisationsberaterin, Hospiz Luise, Hannover


Ende gegen 16.30 Uhr


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