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Kommunikation von Nutzen und Risiken in der Medizin

 
 

Tagung

Kommunikation von Nutzen und Risiken in der Medizin

Vom Modellprojekt zur allgemeinen Praxis

Tagungsnummer
2006TG40
04. - 05. Dezember 2006
10:30 - 12:45 Uhr
Inhalt:

Leitung

Simone Ehm

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

Angebote zur Früherkennung und Therapie von Erkrankungen nehmen kontinuierlich zu. Ärztinnen und Ärzte wie auch Patientinnen und Patienten setzen einen Nutzen dieser medizinischen Möglichkeiten meist voraus. Er ist jedoch nicht immer vorhanden. Zum einen ist die Qualität medizinischer Informationen zu hinterfragen: Der Nutzen von Therapie und Diagnostik wird immer wieder zu positiv dargestellt. So werden z.B. wissenschaftliche Studien und Testergebnisse eher veröffentlicht, wenn sie auf den Nutzen von Therapie und Diagnostik als auf fehlende Wirksamkeit schließen lassen. Zum anderen beeinflusst die Art und Weise der Vermittlung medizinischer Informationen das Verständnis der Patientinnen und Patienten und deren Inanspruchnahme von Diagnostik und Therapie maßgeblich. Es gibt große Defizite in der Kommunikation von Nutzen und Risiken einzelner Verfahren sowie der Bedeutung von medizinischen Testergebnissen. Ein Beispiel sind die Aussagen beim Brustkrebs-Screening bezüglich einer Senkung der Sterblichkeit: Sie schwanken zwischen 0,1 bis 25%. Die Fachtagung informiert über die Hintergründe und die Interessen der jeweiligen Akteure in der Medizin. Wir erarbeiten Vorschläge, wie die Qualität von Informationen verbessert werden kann. Anhand der Theorie der Risikokommunikation, Best practice Beispielen und praktischen Übungen wird analysiert, warum Risiken oft falsch eingeschätzt werden und wie die Kommunikation verbessert werden kann. Über Professionsgrenzen hinweg diskutieren wir, wie aus den Best practice Beispielen allgemeine Praxis werden kann. Die Fachtagung wendet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin (Praxis und Beratung), Public Health, (Kranken-) Versicherungen, Wissenschaft, öffentlichem Gesundheitsdienst, Medizinjournalismus, Selbsthilfeinitiativen sowie an weitere Interessierte.

Wir laden Sie herzlich ein!


Simone Ehm

Evangelische Akademie zu Berlin


Wolfgang Gaissmaier

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin


Dr. Katrin Grüber

Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft, Berlin


Dr. Hans-Joachim Koubenec

Gynäkologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter Stiftung Warentest, Berlin

Programm:

Montag, 4. Dezember 2006


10.30 Uhr Anmeldung, kleiner Imbiss


11.30 Uhr Begrüßung und Einführung

Simone Ehm, Evangelische Akademie zu Berlin

Wolfgang Gaissmaier, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin


11.45 Uhr Risikokommunikation in der Arzt-Patienten Beziehung

Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser, Institut für Gewerblich-Technische Wissenschaften, Hamburg


12.45 Uhr Mittagessen


14.00 Uhr Wie valide sind medizinische Informationen?

Dr. Thomas Kaiser, Leiter des Ressorts "Arzneimittelbewertung", Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin, Köln


14.45 Uhr Risikokommunikation konkret


Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL): Wie werden Nutzen und Risiken kommuniziert?

Wolfgang Gaissmaier, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin


Risikokommunikation in der Arztpraxis am Beispiel der Koronaren Herzkrankheit

Prof. Dr. Günter Ollenschläger, Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin, Berlin


Kommunikation genetischer Risiken

Burkhard Stork, Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung – DCCV – e.V.


Best Practice – Risikokommunikation: Broschüre zur Brustkrebsfrüherkennung

Dr. Eva Schindele, Wissenschaftsjournalistin, Bremer Medienbüro


Diskussion


16.45 Uhr Kaffeepause


17.15 Uhr Training in Arbeitsgruppen: Statistik verstehen und übersetzen

Wolfgang Gaissmaier, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

Dr. Hans-Joachim Koubenec, Gynäkologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter Stiftung Warentest, Berlin

Odette Wegwarth, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

Mirta Galesic, Max Planck Institute for Human Development (Englisch)


19.00 Uhr Abendessen, offener Abend


Dienstag, 5. Dezember 2006


9.00 Uhr Verantwortlicher Umgang mit Ungewissheit

Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Ärztin und Dozentin an der Evangelischen Fachhochschule Berlin


10.00 Uhr Arbeitsgruppen


Wie kommen Ärztinnen und Ärzte an verlässliche medizinische Informationen?

Prof. Dr. Günter Ollenschläger, Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin, Berlin

Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Ärztin und Dozentin an der Evangelischen Fachhochschule Berlin

Moderation: Dr. Katrin Grüber, Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft


Risikokommunikation – was wünschen Patientinnen und Patienten, was wünschen Ärztinnen und Ärzte?

Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser, Institut für Gewerblich-Technische Wissenschaften, Hamburg

Judith Storf, Sprecherin der BAG PatientInnenstellen, Patientenvertreterin im G-BA

Moderation: Simone Ehm, Evangelische Akademie zu Berlin


Gesundheitsinformationen im öffentlichen Raum – wie wird der Patient/ die Patientin beeinflusst?

Karin Stötzner, Patientenbeauftragte für Berlin

Dr. Christian Weymayr, Wissenschaftsjournalist, Tübingen

Moderation: Wolfgang Gaissmaier, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin


12.00 Uhr Vom Best practice zur allgemeinen Praxis – Abschlussdiskussion

Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Ärztin und Dozentin an der Evangelischen Fachhochschule Berlin

Karin Stötzner, Patientenbeauftragte für Berlin

Dr. Christian Weymayr, Wissenschaftsjournalist, Tübingen


12.45 Uhr Mittagessen und Ende der Veranstaltung


Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Berlin für die ärztliche Fortbildung mit 13 Punkten zertifiziert.

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