Exzellenz mit Bekenntnis

Abendforum

Exzellenz mit Bekenntnis

Evangelische Kirche klärt ihr Verhältnis zu Eliten

Tagungsnr.
11B/2011
Von: 04.04.2011 17:30
Bis: 04.04.2011 20:30
Französische Friedrichstadtkirche

Inhalt

Elite – das klingt nach Elfenbeinturm und Dünkel. Der Begriff weckt Erinnerungen an das Scheitern von Eliten im Nationalsozialismus. Er beschreibt eine Kaste in der Gesellschaft, die abgehoben und selbstbezogen ihrem Eigenleben frönt. Nach evangelischem Verständnis kann Elite allerdings genau das Gegenteil sein: Menschen, die „ihre besonderen Gaben, Fähigkeiten und Güter, die sie empfangen haben, nachhaltig für andere und für das Gemeinwesen einsetzen“. So heißt es in einem neuen Positionspapier der EKD, das Ende März veröffentlicht wird. Die EKD klärt darin ihr Verhältnis zu Eliten und liefert eine theologische Legitimation für einen modernen Elitebegriff. Nicht zuletzt wird auf biblische Vorbilder verwiesen: Abraham, Moses, David – Vertreter der Eliten ihrer Zeit.


Wie treten evangelische Verantwortungseliten heute auf, welche Wirkung entfalten sie innerhalb der Gesellschaft und innerhalb ihrer Kirche? Wie muss Elitebildung, die „Bildung des Gewissens“ innerhalb der Kirche aussehen? Vertragen sich Demut und das egalitäre Priestertum aller Gläubigen mit dem Gestaltungswillen herausgehobener Persönlichkeiten? Sind diese vor Machtmissbrauch und Hybris geschützt?

In der Evangelischen Akademie zu Berlin wird der Text der EKD am 4. April vorgestellt und diskutiert.


Der Protestantismus tut sich schwer mit Leistungsträgern – sowohl in der Gesellschaft wie auch innerkirchlich. Nicht erst nach dem Versagen von Eliten im Nationalsozialismus herrscht Misstrauen. Zugleich zeigt sich nicht zuletzt in den jüngsten Debatten um Spitzenpolitiker ein Bedürfnis nach Elite.

Die EKD bestimmt in einem Positionspapier ihr Verhältnis zur evangelischen Verantwortungselite neu und formuliert eine theologische Legitimation für gesellschaftliche und kirchliche Eliten. Die Autoren versuchen das Spannungsverhältnis zwischen Demut und Gestaltungsmacht, zwischen dem egalitären Priestertum aller und dem Auftrag an herausgehobene Personen zu klären. Wie treten evangelische Verantwortungseliten heute auf, welche Wirkung entfalten sie innerhalb der Gesellschaft. Und welche Aufgabe nehmen sie in ihrer Kirche wahr? Sind evangelische Verantwortungseliten heute geschützt vor Machtmissbrauch und Hybris? Wie befruchten sie das Leben von Gemeinden, die ihnen oft skeptisch begegnen?


Das Positionspapier der EKD zu evangelischen Verantwortungseliten wird Ende März veröffentlicht, wir stellen die Thesen zur Diskussion.


Dr. Jacqueline Boysen

Evangelische Akademie zu Berlin



Programm

Montag, 04. April 2011


17:30 Uhr Anmeldung


18:00 Uhr Begrüßung

Dr. Jacqueline Boysen


18.10 Uhr Evangelische Verantwortungseliten – Einführung in den Elite-Text der EKD

Marlehn Thieme, Vorsitzende der Autorengruppe des Elite-Textes der Evangelischen Kirche in Deutschland


18.30 Uhr Podiumsdiskussion


Marlehn Thieme, Ratsmitglied der EKD


Nancy Rahn, Studentin


Prof. Dr. Heinz Bude, Soziologe


Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Bischof a. D.


Prof. Dr. Gerhard Marcel Martin, Theologe


Moderation:

Dr. Jacqueline Boysen



ca. 20:00 Uhr Verabschiedung



Marlehn Thieme

Mitglied des Rates der EKD

Corporate Social Responsibility/Corporate Citizenship, Deutsche Bank AG, Bad Soden


Nancy Rahn

Theologie-Studentin, Eberhard Karls Universität Tübingen, Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes


Prof. Dr. Heinz Bude

Soziologe, Lehrstuhl für Makrosoziologie Fachbereich Gesellschaftswissenschaften,

Universität Kassel


Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Bischof a. D.

Ratsvorsitzender der EKD von 2003 bis 2009, Berlin


Prof. Dr. Gerhard Marcel Martin

Theologe, Fachbereich Evangelische Theologie, Philipps-Universität Marburg

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Leitung

Dr. Jacqueline Boysen

Projektstudienleitung Ost-Westeuropäisches Gedenkstättentreffen Kreisau

Telefon (030) 203 55 – 508 (über Silke Ewe)

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