Krankenhausseelsorge oder "Spiritual Care"?

Fachtagung

Krankenhausseelsorge oder "Spiritual Care"?

Zum professionellen Umgang mit spirituellen Bedürfnissen

Tagungsnr.
30/2012
Von: 21.09.2012 16:15
Bis: 22.09.2012 16:00
Ev. Bildungsstätte auf Schwanenwerder

Inhalt

Ausgehend von der Palliativmedizin wird Spiritual Care auch in anderen Medizinbereichen als weitere Dimension in einer somatischen, psychisch und sozial ausgerichteten Behandlung des Patienten ernst genommen. Anders als in der klassischen Krankenhausseelsorge gehört es zum Wesen von Spiritual Care, dass auch professionell geschulte Pflegende, Sozialarbeiter und Ärzte die spirituelle Begleitung von Patienten übernehmen.


Was verstehen Vertreter des Spiritual Care-Konzepts unter Spiritualität? Inwieweit setzt eine geistliche Begleitung des Patienten eine weltanschaulich / religiöse Übereinstimmung mit dem Behandelnden voraus? Was bedeutet es für die Krankenhausseelsorge, dass sich das medizinische System dem Thema Spiritualität zunehmend widmet? Welche Chancen und Herausforderungen birgt es, Seelsorge stärker in das Gesundheitssystem zu integrieren?

Ausgehend von der Palliativmedizin wird die spirituelle Begleitung von Patienten auch in anderen medizinischen Fachgebieten zunehmend ernst genommen. Verstanden als Sorge für die spirituellen Bedürfnisse Kranker und ihrer Angehörigen, entwickelt sich „Spiritual Care“ neben der somatisch psychisch und sozial ausgerichteten Behandlung des Patienten zu einer vierten Säule des Gesundheitssystems.


Das Konzept „Spiritual Care“ ist dabei breiter aufgestellt als die klassische Krankenhausseelsorge. Dort werden Patienten durch Vertreterinnen oder Vertreter einer einzelnen Religionsgemeinschaft begleitet, deren religiöser Hintergrund transparent ist. Zum Selbstverständnis von „Spiritual Care“ gehört ein interdisziplinärer Ansatz: Pflegende, Sozialarbeiter und Ärztinnen und Ärzte sind gemeinsam in die spirituelle Begleitung von Patienten eingebunden. „Spiritual Care“ versucht, religionsübergreifend auf die spirituellen Bedürfnisse einzugehen, ohne sich auf ein bestimmtes Bekenntnis festzulegen.


Was verstehen Vertreter des „Spiritual Care“-Konzepts unter Spiritualität? Inwieweit setzt eine spirituelle Begleitung des Patienten eine weltanschaulich/religiöse Übereinstimmung mit dem Behandelnden voraus? Was bedeutet es für die Krankenhausseelsorge, dass sich das medizinische System zunehmend dem Thema Spiritualität öffnet?


Vor dem Hintergrund „Spiritual Care“ diskutieren wir über die Rolle, die Chancen und Herausforderungen der Seelsorge im modernen Gesundheitssystem. Die Fachtagung richtet sich in erster Linie an Vertreterinnen und Vertreter des „Spiritual Care“ Ansatzes, an Seelsorgende und weitere Mitarbeitende aus dem Gesundheitssystem.


Wir laden Sie herzlich ein!


Simone Ehm

Evangelische Akademie zu Berlin


Dr. Michael Utsch

Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen


Die Tagung ist eine Kooperation zwischen der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW).

Programm

Freitag, 21. September 2012


15.15 Uhr Anmeldung und Begrüßungskaffee


16.15 Uhr Einführung und Begrüßung

Simone Ehm, Evangelische Akademie zu Berlin

Dr. Michael Utsch, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin


Sorge um die Seele im modernen Gesundheitssystem


16.30 Uhr Zwischen System und Auftrag - wohin entwickelt sich die Krankenhausseelsorge?

Diakon Reinhard Feuersträter, Sozialpädagoge und Krankenhausseelsorger in der Kath. Pfarrei St. Mauritius und Elisabeth, Halle


17.30 Uhr Spiritualität in der Palliativmedizin - zu den Wurzeln von „Spiritual Care“ im deutschen Gesundheitssystem

Dr. Thela Wernstedt, Leiterin der Palliativmedizin, Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Medizinische Hochschule Hannover


Anschließende Diskussion


18.30 Uhr Abendessen


19.30 Uhr Sukhavati - über das erste Spiritual Care Center in Deutschland in buddhistischer Tradition

Maren Repenning, memento mori, Hamburg



Samstag, 22. September 2012


„Spiritual Care“ und Seelsorge - aus der Praxis des Gesundheitssystems


8.40 Uhr Morgenandacht

Pfarrerin Geertje Bolle, Seelsorgerin in den Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk, Berlin


9.00 Uhr Die Entwicklung von „Spiritual Care“ in Krankenhäusern in den Niederlanden

Joep van de Geer, Krankenhaus-Seelsorger, Projektleiter Palliativversorgung, Medizinisches Zentrum Leeuwarden, Niederlande


10.00 Uhr Der Beitrag der Seelsorge im palliativen Versorgungsteam

Uwe Weiß, Klinikseelsorger und Koordinator für den Ambulanten Hospizdienst der Paul-Gerhardt-Diakonie, Berlin


11.00 Uhr Pause


11.30 Uhr Spirituelle Begleitung zwischen Psychotherapie und Seelsorge . aus der Arbeit mit Schwerkranken und Sterbenden

Dr. phil. Dr. theol. Monika Renz, Leitung Psychoonkologie am Kantonsspital St. Gallen, Supervisorin des Pfarreiprojektes Erlösung aus Prägung


12.30 Uhr Mittagessen


„Spiritual Care“ oder Krankenhausseelsorge?


14.00 Uhr „Spiritual Care“ - eine Herausforderung für die Seelsorge?

Statements:

Prof. Dr. Eberhard Hauschildt, Evangelisch-Theologische Fakultät, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Prof. Dr. Traugott Roser, Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin, Ludwig-Maximilians Universität München


Anschließende Diskussion


16.00 Uhr Möglichkeit zum Austausch beim Stehcafé und Ende der Veranstaltung


Diese Tagung wurde von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen gemäß § 11 Berliner Bildungsurlaubsgesetzes (BiurlG) vom 24.10.1990 als Bildungsveranstaltung anerkannt.


Die Teilnehmerzahl für diese Fachtagung ist begrenzt.

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Leitung

Simone Ehm

Studienleiterin für Ethik in den Naturwissenschaften

Telefon (030) 203 55 - 502

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