Gott, Glaube, Geld

Europäische Bibeldialoge

Gott, Glaube, Geld

Verantwortungsvoller Umgang mit Geld in den Religionen

Tagungsnr.
EBD 36
Von: 09.10.2014 14:30
Bis: 13.10.2014 13:00
Bundesakademie für Kirche und Diakonie

Inhalt

„Über Geld spricht man nicht“, mit diesen Worten will der Volksmund ein konfliktreiches Thema umgehen. In den Religionen gibt es allerdings deutliche Hinweise zum Umgang mit Geld, die nicht selten zu Konflikten geführt haben. Wie steht es im Christentum, im Judentum, im Islam um das Verhältnis zum Geld – und zur Geldvermehrung?

Schon die hebräische Bibel schreibt ein Verbot des Zinsnehmens fest. Vom Zinsverbot in Europa im frühen Mittelalter war die jüdische Bevölkerung jedoch ausgenommen. Da Juden aber viele andere Tätigkeiten verwehrt blieben, wurden sie oft in den Beruf des Geldverleihers hineingedrängt, was bis heute Vorurteile und das Bild vom „reichen Juden“ befördert.

Der Prophet Mohammed war ursprünglich selbst Geschäftsmann, sprach sich jedoch gegen die Vermehrung des Geldes durch Zinsen aus, weil dies den Menschen letztlich in die Versklavung führe. Infolgedessen dürfen Erträge im Islam nur im Zusammenhang mit Waren oder Dienstleistungen, also realen Werten erzielt werden.

Jesus Christus scheint dem Geld kritisch gegenüberzustehen. Er lobt die geringe Spende der armen Witwe, weil sie nicht von ihrem Überfluss abgegeben hatte, sondern von dem, was sie zum Leben braucht, und er treibt die Geldwechsler aus zornig dem Tempel.

Wie verträgt sich diese Einstellung mit dem Leben in der heutigen Welt. Spiegelt sie sich im "Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche", den die EKD vor einige Jahren herausgab?

Können die ethischen Prinzipien der Religionen in der heutigen Welt der Finanzspekulationen und Renditeversprechen bestehen? Sind sie vielleicht sogar der Boden, auf dem mehr Gerechtigkeit wachsen könnte?

Mit kompetenten Ansprechpartnern aus den drei Religionen soll diesen Fragen auf den Grund gegangen werden.

„Über Geld spricht man nicht“, mit diesen Worten will der Volksmund ein konfliktreiches Thema umgehen. In den Religionen gibt es allerdings deutliche Hinweise zum Umgang mit Geld, die nicht selten zu Konflikten geführt haben. Wie steht es im Christentum, im Judentum, im Islam um das Verhältnis zum Geld – und zur Geldvermehrung?

Schon die hebräische Bibel schreibt ein Verbot des Zinsnehmens fest. Vom Zinsverbot in Europa im frühen Mittelalter war die jüdische Bevölkerung jedoch ausgenommen. Da Juden aber viele andere Tätigkeiten verwehrt blieben, wurden sie oft in den Beruf des Geldverleihers hineingedrängt, was bis heute Vorurteile und das Bild vom „reichen Juden“ befördert.

Der Prophet Mohammed war ursprünglich selbst Geschäftsmann, sprach sich jedoch gegen die Vermehrung des Geldes durch Zinsen aus, weil dies den Menschen letztlich in die Versklavung führe. Infolgedessen dürfen Erträge im Islam nur im Zusammenhang mit Waren oder Dienstleistungen, also realen Werten erzielt werden.

Jesus Christus scheint dem Geld kritisch gegenüberzustehen. Er lobt die geringe Spende der armen Witwe, weil sie nicht von ihrem Überfluss abgegeben hatte, sondern von dem, was sie zum Leben braucht, und er treibt die Geldwechsler aus zornig dem Tempel.

Wie verträgt sich diese Einstellung mit dem Leben in der heutigen Welt. Spiegelt sie sich im "Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche", den die EKD vor einige Jahren herausgab?

Können die ethischen Prinzipien der Religionen in der heutigen Welt der Finanzspekulationen und Renditeversprechen bestehen? Sind sie vielleicht sogar der Boden, auf dem mehr Gerechtigkeit wachsen könnte?

Mit kompetenten Ansprechpartnern aus den drei Religionen soll diesen Fragen auf den Grund gegangen werden.

Programm

Die Tagungssprache ist Deutsch, bei Bedarf mit dem Angebot der Simultan-übersetzung (deutsch-englisch). Falls Sie jemanden mitbringen möchten, der zu wenig Deutsch aber ausreichend Englisch spricht, lassen Sie es uns bitte wissen, damit wir die Übersetzungen organisieren können und die Tagungsinformationen in englischer Sprache bereitstehen.


Die Tagung wird geleitet von:

Allan Grave (Gummersbach) und Michael Nitzke, (Dortmund).

Mitarbeit: Enno Tannilas (Estland)


Referenten:

- Abraham de Wolf (Frankfurt/Main): „Von der Münze zum Derivat in der jüdischen Wirtschafts- und Sozialethik“

- Thomas Heller zur „Praxis des Investmentbankings“ (Arbeitstitel)

- Ronald Blaschke (Berlin) zum „Bedingungslosen Grundeinkommen“

- Ghassan Annan (angefragt) zum Zinsverbot im Islam.


Weitere Informationen erhalten Sie auch telefonisch: 030/20355-205 (Studienleitung) und -412 (Sekretariat) oder per Mail an: hahn@eaberlin.de


Für die Tagung wird eine Förderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung beantragt.

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Leitung

Dr. Tamara Hahn

Studienleiterin Europäische Bibeldialoge

Telefon (030) 203 55 - 205

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