Treuenbrietzen und Altes Lager

Exkursion

Treuenbrietzen und Altes Lager

Berlin-Brandenburgische Stadtexkursionen

Tagungsnr.
16/2015
Von: 18.04.2015 07:59
Bis: 18.04.2015 21:56
Treuenbrietzen

Inhalt

Mit der Sanierung gewinnt Treuenbrietzen viel von seinem ganz eigenen Reiz zurück. Anfang des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt, erhielt das Ackerbürgerstädtchen um 1300 Stadtrecht. Zwei Kirchen gelten als Siedlungskerne. St. Marien, von ca. 1220 bis 1240 erbaut, und St. Nikolai aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Mit einem gitterförmigen Straßennetz auf ovalem Grundriss ist die Struktur des gewachsenen Stadtkerns nahezu intakt erhalten. Das Rathaus bildet mit Hakenbuden, Gildenhaus und Friedrichstraße den alten und neuen Mittelpunkt der Stadt. Sie wird von einem Grüngürtel mit einer Vielzahl von Gedenkorten auf der alten Wall- und Grabenzone umschlossen. An wenigen Stellen ist die Stadtmauer erhalten. In dem eingetragenen Bodendenkmal Altstadt müssen bei allen Tiefbaumaßnahmen archäologische Begleituntersuchungen durchgeführt werden. Landwirtschaft, Brauerei und Töpferhandwerk, später auch Leineweberei und Tuchmacherei, woraus Textilfabriken hervorgingen, waren bestimmende Gewerbezweige in der Stadt. Heute bieten mittlere Gewerbebetriebe und besonders das Johanniter-Krankenhaus Arbeitsplätze. 1989 hatte die Stadt 9 371 Einwohner, 2013 waren es noch 7 406, Tendenz weiter sinkend. Treuenbrietzen ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen und liegt im Naturpark Nuthe-Nieplitz.


Erste Sanierungsmaßnahmen begannen 1991, im November 1994 wurde die Innenstadt auf 42,7 ha als Sanierungsgebiet festgelegt. Zur besonderen Förderung kleinteiliger denkmalpflegerischer Maßnahmen hat die Stadt unter Schirmherrschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Stiftung „Alte Häuser“ gegründet. Bei der Erhaltung und Schaffung von Wohnraum konzentrierte man sich auf die Altstadt. Kommunale Einrichtungen fanden bevorzugt in denkmalgeschützten Gebäuden eine Heimstatt. Private Investoren sanierten mit Hilfe von Fördermitteln eine Vielzahl von Bürgerhäusern, z. B. das Wohn- und Geschäftshaus Großstraße 9. Das Kino Kammerspiele aus den 30er-Jahren mit historischen Vorführgeräten war von 1992 bis 2002 geschlossen und verwahrloste. Ein Förderverein nahm sich des Kinos an und machte daraus ein kleines Kulturzentrum. Der energetischen Sanierung wird in der Stadt besonderes Augenmerk zuteil. Wenn 2018 die Sanierung mit Förderung in der bisherigen Form zu Ende geht, sollen alle Straßen, Wege und Plätze in der Altstadt umgestaltet und eine Vielzahl weiterer Gebäude saniert sein, davon einige mit sehr hohem Aufwand.


Das Gebiet Altes Lager, seit dem 19. Jahrhundert militärisch genutzt, wird seit dem Abzug der Sowjetarmee 1991/92 ziviler Nutzung zugeführt. 50 % der Gebäude – Wohnungen, Einrichtungen des Flugplatzes, Kasernen – standen leer. Es galt, die große Herausforderung „Konversion“ in Angriff zu nehmen. Langsam stiegen in den Wohnsiedlungen die Einwohnerzahlen, seit 1994 auch durch den Zuzug von Aussiedlern aus Kasachstan. Straßenverbindungen und eine entsprechende Infrastruktur wurden geschaffen, Firmen und Dienstleistungsgewerbe siedelten sich an. 1998 wurde Altes Lager ein Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf. Das ehemalige Offizierskasino entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum mit vielfältigem Angebot – „Das Haus“. Bis Ende des Jahres 2014 wurde die Konversion überwiegend durch EU-Förderung aus dem Programm EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) finanziert. Bisher sind keinerlei Festlegungen getroffen, wie die längst nicht abgeschlossenen, weiterhin sehr aufwändigen Maßnahmen in Zukunft finanziert werden sollen.


Heinz-Joachim Lohmann, Evangelische Akademie zu Berlin

Helga Wetzel, Arbeitskreis Stadtpolitik

Mit der Sanierung gewinnt Treuenbrietzen viel von seinem ganz eigenen Reiz zurück. Anfang des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt, erhielt das Ackerbürgerstädtchen um 1300 Stadtrecht. Zwei Kirchen gelten als Siedlungskerne. St. Marien, von ca. 1220 bis 1240 erbaut, und St. Nikolai aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Mit einem gitterförmigen Straßennetz auf ovalem Grundriss ist die Struktur des gewachsenen Stadtkerns nahezu intakt erhalten. Das Rathaus bildet mit Hakenbuden, Gildenhaus und Friedrichstraße den alten und neuen Mittelpunkt der Stadt. Sie wird von einem Grüngürtel mit einer Vielzahl von Gedenkorten auf der alten Wall- und Grabenzone umschlossen. An wenigen Stellen ist die Stadtmauer erhalten. In dem eingetragenen Bodendenkmal Altstadt müssen bei allen Tiefbaumaßnahmen archäologische Begleituntersuchungen durchgeführt werden. Landwirtschaft, Brauerei und Töpferhandwerk, später auch Leineweberei und Tuchmacherei, woraus Textilfabriken hervorgingen, waren bestimmende Gewerbezweige in der Stadt. Heute bieten mittlere Gewerbebetriebe und besonders das Johanniter-Krankenhaus Arbeitsplätze. 1989 hatte die Stadt 9 371 Einwohner, 2013 waren es noch 7 406, Tendenz weiter sinkend. Treuenbrietzen ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen und liegt im Naturpark Nuthe-Nieplitz.


Erste Sanierungsmaßnahmen begannen 1991, im November 1994 wurde die Innenstadt auf 42,7 ha als Sanierungsgebiet festgelegt. Zur besonderen Förderung kleinteiliger denkmalpflegerischer Maßnahmen hat die Stadt unter Schirmherrschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Stiftung „Alte Häuser“ gegründet. Bei der Erhaltung und Schaffung von Wohnraum konzentrierte man sich auf die Altstadt. Kommunale Einrichtungen fanden bevorzugt in denkmalgeschützten Gebäuden eine Heimstatt. Private Investoren sanierten mit Hilfe von Fördermitteln eine Vielzahl von Bürgerhäusern, z. B. das Wohn- und Geschäftshaus Großstraße 9. Das Kino Kammerspiele aus den 30er-Jahren mit historischen Vorführgeräten war von 1992 bis 2002 geschlossen und verwahrloste. Ein Förderverein nahm sich des Kinos an und machte daraus ein kleines Kulturzentrum. Der energetischen Sanierung wird in der Stadt besonderes Augenmerk zuteil. Wenn 2018 die Sanierung mit Förderung in der bisherigen Form zu Ende geht, sollen alle Straßen, Wege und Plätze in der Altstadt umgestaltet und eine Vielzahl weiterer Gebäude saniert sein, davon einige mit sehr hohem Aufwand.


Das Gebiet Altes Lager, seit dem 19. Jahrhundert militärisch genutzt, wird seit dem Abzug der Sowjetarmee 1991/92 ziviler Nutzung zugeführt. 50 % der Gebäude – Wohnungen, Einrichtungen des Flugplatzes, Kasernen – standen leer. Es galt, die große Herausforderung „Konversion“ in Angriff zu nehmen. Langsam stiegen in den Wohnsiedlungen die Einwohnerzahlen, seit 1994 auch durch den Zuzug von Aussiedlern aus Kasachstan. Straßenverbindungen und eine entsprechende Infrastruktur wurden geschaffen, Firmen und Dienstleistungsgewerbe siedelten sich an. 1998 wurde Altes Lager ein Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf. Das ehemalige Offizierskasino entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum mit vielfältigem Angebot – „Das Haus“. Bis Ende des Jahres 2014 wurde die Konversion überwiegend durch EU-Förderung aus dem Programm EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) finanziert. Bisher sind keinerlei Festlegungen getroffen, wie die längst nicht abgeschlossenen, weiterhin sehr aufwändigen Maßnahmen in Zukunft finanziert werden sollen.


Heinz-Joachim Lohmann, Evangelische Akademie zu Berlin

Helga Wetzel, Arbeitskreis Stadtpolitik

Programm

Samstag, 18. April 2015


07.59 Uhr Abfahrt Berlin Ostbahnhof, RE 1 (Richtung Magdeburg), Gleis 6, Treffpunkt in den beiden vorderen Wagen

08.03 Uhr Berlin Alexanderplatz, Gleis 2

08.06 Uhr Berlin Friedrichstraße, Gleis 3

08.11 Uhr Berlin Hauptbahnhof, Gleis 14

08.17 Uhr Berlin Zoologischer Garten, Gleis 4

08.20 Uhr Berlin Charlottenburg, Gleis 3

08.28 Uhr Ankunft Berlin Wannsee, Gleis 5

08.42 Uhr Abfahrt Berlin Wannsee, RB 33 (Richtung Jüterbog), Gleis 6

09.29 Uhr Ankunft Treuenbrietzen


09.45 Uhr Rundgang zur Stadtsanierung

Ralf Hoffmeister, Sanierungsträger Stadtkontor GmbH


12.00 Uhr Führung Kirche St. Marien

Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde


13.00 Uhr Mittagspause (Restaurant „Sonneneck“, Großstraße 88)


14.30 Uhr Führung Kirche St. Nikolai

Mitglied der katholischen Kirchengemeinde


15.15 Uhr Führung Kammerspiele, Kino aus den 30er-Jahren

Kinoförderverein Treuenbrietzen e.V.


16.00 Uhr Bürgerhaus Großstraße 9

Stefanie Jeschke, Eigentümerin

Kaffeetrinken


17.00 Uhr Abfahrt mit dem Bus nach Altes Lager


17.15 Uhr Rundfahrt Altes Lager

Markus Hennen, Bruckbauer & Hennen


18.15 Uhr Führung Kulturzentrum „Das Haus“ mit Film „Altes Lager“

Christian Göritz, AG Zeitgeschichte Altes Lager


19.50 Uhr Fußweg zum Bahnhof


20.17 Uhr Abfahrt Bahnhof Altes Lager, RB 33 (nach Berlin Wannsee), Gleis 1

21.18 Uhr Ankunft Berlin Wannsee Gleis 6

21.28 Uhr Abfahrt Berlin Wannsee, RE 7 (Richtung Zossen), Gleis 6

21.41 Uhr Zoolog. Garten

21.45 Uhr Hauptbahnhof

21.54 Uhr Alexanderplatz

21.56 Uhr Ostbahnhof

(wahlweise ab Berlin-Wannsee

21.24 Uhr mit S1 Richtung Yorckstr. oder

21.32 Uhr mit S7 Richtung Ahrensfelde)

Teilen

Leitung

Heinz-Joachim Lohmann

Stellvertretender Direktor und Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche im ländlichen Raum

Telefon (030) 203 55 - 510

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