Der Luther-Code

Filmreihe

Der Luther-Code

500 Jahre Reformation

Tagungsnr.
34-2/2016
Von: 11.10.2016 18:00
Bis: 11.10.2016 20:00
Ev. Hochschule Berlin

© Mit freundlicher Genehmigung von EIKON Media GmbH

Inhalt

Neue Weltsichten und nicht nur eine Erneuerung des Glaubens haben Martin Luther und die reformatorische Bewegung vor 500 Jahren angestoßen.

Unser heutiges Selbstverständnis und unser Bild von der Welt gründen wesentlich auf den Folgen der Reformation und den Errungenschaften der Renaissance im 16. Jahrhundert. Die Moderne ist entstanden, weil der Mensch sich gefragt hat: "Wer bin ich eigentlich- und was ist meine Rolle in der Welt? Was kann ich tun – und an was soll ich glauben?"

Der Prozess der ständigen Neuerfindung der Welt hat sich in 500 Jahren beschleunigt. Globalisierung, digitale Revolution, politische und militärische Krisen, der Kampf um persönliche Freiheit und der Schutz des Privaten, verunsichern uns heute. Wie soll es weitergehen?

Für eine sechsteilige Filmdokumentation wurden junge Menschen aus der Generation der Digital Natives befragt: Gen-Forscherinnen, Flüchtlingshelfer, Internet-Journalisten, Aktivisten, Astrophysikerinnen – es sind die Zeitgenossen, die heute an der Neuerfindung der Welt mitarbeiten und zukünftig die Verantwortung für unsere Gesellschaft tragen. An was glauben sie? Wie sehen sie ihre Zukunft? Woraus schöpfen sie Mut und wovor haben sie Angst?

Die Antworten haben die Autoren Wilfried Hauke und Alexandra Hardorf mit Porträts berühmter Persönlichkeiten konfrontiert. Personen, die in den letzten 500 Jahre die Welt neu erfunden haben: Jan Hus und Johannes Kepler; Leibniz, Lessing, Engels; Bertha von Suttner, Albert Einstein, Dietrich Bonhoeffer – und natürlich Martin Luther.

Die Filmreihe Der Luther-Code fragt: Wie ist der moderne Mensch entstanden? Und ist er vorbereitet, die Zukunft zu meistern? Oder brauchen wir noch eine weitere Reformation, eine weitere Neuerfindung der Welt?

Wir zeigen die sechs Filme (jeweils 52 Minuten) und laden zur Diskussion mit Filmemachern, Schauspielern und Expertinnen ein.

Dr. Rüdiger Sachau, Evangelische Akademie zu Berlin

Prof. Dr. Anusheh Rafi, Evangelische Hochschule Berlin

Ulli Pfau, EIKON Media GmbH

Peter Latzel, ARTE Deutschland TV GmbH

Programm

Dienstag, 11. Oktober 2016, 18.00 – 20.00 Uhr

FOLGE 2: Suche nach Wahrheit


Im 17. Jahrhundert wird die Gegenwart geboren: es gibt erste Massenmedien und globaler Handel beginnt. Mit der Entdeckung fester Planetenbahnen beginnt der Mensch, die Welt geistig und technologisch selbst zu bewegen. Und immer noch werden selbstbewusste Frauen als Hexen verbrannt.

Wir tauchen ein in die Welt von Johann Carolus, Johannes Kepler und der Kauffrau Anna Veltmans aus Lemgo, die auf dem Scheiterhaufen endet.


Verbindende Fragestellungen ins Heute:

Was ist Wahrheit und wer bestimmt über sie? Gibt es eine absolute Wahrheit jenseits von Ort und Zeit? Wie finden wir in Krisenzeiten zu Frieden und können das Prinzip der Nächstenliebe behaupten? Sind wir Benutzer oder Produkt der neuen Medien? Zu welchen Entdeckungen über uns und unsere Welt führt uns die digitale und technologische Revolution? Wie formt das Zeit- und Ich-Gefühl der beginnenden Neuzeit bis heute unser Denken?


Gesprächspartner und –partnerinnen für die Diskussion

Dr. Caroline Dorn, Astrogeophysikerin, Genf

Bernd Seidl, SWR

Superintendent Dr. Johannes Krug, Berlin



Dienstag, 25. Oktober 2016, 18.00 – 20.00 Uhr

FOLGE 3: Aufbruch zur Gleichheit


Im 18. Jahrhundert öffnet sich der Horizont der Geschichte, nichts ist mehr final. Der Mensch sieht sich als Gestalter der von Gott als "Beste aller möglichen Welten" geschaffenen Erde, notfalls auch mit einer Revolution. Die moralischen und politischen Regeln, mit denen man zu dieser besseren Welt gelangen kann, müssen die Menschen selber erfinden. Im jahrhundertelangen Streit mit den anderen Religionen könnte es eine friedliche Lösung geben: durch Toleranz gegenüber Judentum und Islam.

Folge 3 stellt die Lebens- und Gedankenwelt von Gottfried Wilhelm Leibniz, Gotthold Ephraim Lessing und der französischen Revolutionärin Marie Gouze vor.


Verbindende Fragestellungen ins Heute:

Bringt Wissen die Freiheit? Wem gehören meine Daten? Was gebe ich von mir preis und warum? Leiten digitale Datenströme und Informationsfluten eine Revolution der Bildung ein? Ist Wikipedia die Erfüllung vom “aufgeklärten“ Menschenbild des 18. Jh. und das neue Gedächtnis der Welt? Wer sind heute unsere Aufklärer? Ist Toleranz nur eine romantische Utopie?


Gesprächspartner und –partnerinnen für die Diskussion

Dr. Wilfried Hauke, Regisseur und Autor

Propst Dr. Christian Stäblein, Berlin

Mechtild Lehning, Radio Bremen/ARTE



Dienstag, 1. November 2016, 18.00 – 20.00 Uhr

FOLGE 4: Traum von Gerechtigkeit


Was ist im neuen Zeitalter der Industrie aus den christlichen Werten Gerechtigkeit und Güte geworden? Wird der Mensch nur an seiner Nützlichkeit gemessen? Welche Folgen hat ungehemmter Kapitalismus für die Seelen der Menschen? Hat die Erfindung der globalen Nachrichtenübertragung unser Weltbild und unsere Werte verändert?

Im Rahmen des 19. Jahrhunderts beschäftigen wir uns mit Paul Julius Reuter und Friedrich Engels.


Verbindende Fragestellungen ins Heute:

Warum müssen Menschen leiden? Was kann die Welt gerechter machen? Warum klaffen Anspruch und Wirklichkeit in Politik und Wirtschaft heute so weit auseinander? Bin ich selber engagiert genug? Warum will ich überhaupt helfen? Wie können wir Wohlfahrt und Fürsorge zukünftig zum globalen Standard machen und die Natur vor weiterer Ausbeutung schützen?


Gesprächspartner und –partnerinnen für die Diskussion

David Diallo, Internetunternehmer, Berlin

Bischof Dr. Dr. h.c. Markus Dröge, Berlin

Prof. Dr. Julia Lepperhoff, Evangelische Hochschule BerlinUlli Pfau, Eikon Media GmbH


Donnerstag, 10. November 2016, 18.00 – 20.00 Uhr

FOLGE 5: Macht und Verantwortung


Seit 1900 ist die Welt rasantem wissenschaftlichem Fortschritt ausgesetzt und zugleich von neuen Formen des Krieges bedroht. Die Erfindung des Films und die Entdeckung des Unterbewusstseins stellen den Menschen erneut vor die Frage nach dem Ich. Die Ideale von Freiheit und Würde des Menschen werden durch die Vernichtung der Juden in den Gaskammern deutscher Konzentrationslager zerstört. Die Erfindung des Computers, die Reproduktionsmedizin, die Entwicklung des Internets, die Entschlüsselung des menschlichen Genoms führen Ende des Jahrhunderts zu neuen existenziellen Fragen nach dem Kern des Humanen.

Dieser Film thematisiert die Gedanken und Ideen von Bertha von Suttner, Albert Einstein, Sigmund Freud und Dietrich Bonhoeffer.


Verbindende Fragestellungen ins Heute:

Was heißt für mich Verantwortung, was Schuld? Was hält die Welt in ihrem Inneren noch zusammen, wenn neue Kriege und Katastrophen über uns hereinstürzen. Und was sagt uns der Massenmord am jüdischen Volk heute noch für unser Leben? Verhindert das Internet weitere Katastrophen oder erzeugt es neue? Führt uns die Gentechnologie zu einer neuen Verantwortung gegenüber der Welt, wo wir Risiken und Chancen des Machbaren neu bewerten müssen? Und vor allem: Warum fühlen wir uns überhaupt verantwortlich?


Gesprächspartner und –partnerinnen für die Diskussion

Alexander Blässle, Systembiologe, Tübingen

PD Dr. Eva Harasta, Evangelische Akademie zu Berlin

Rektor Prof. Dr. Anusheh Rafi, Evangelische Hochschule Berlin

Christian Vinkeloe, Deutsche Welle TV


Donnerstag, 17. November 2016, 18.00 – 20.00 Uhr


FOLGE 6: Glaube an die Zukunft

Wir sind in der Gegenwart angekommen. Das Jahrhundert beginnt mit schrecklichen Katastrophen. Am 11. September 2001 rasen von islamistischen Terroristen entführte Flugzeuge ins World Trade Center in New York. Fast 3000 Tote. In Minutenschnelle gehen die Bilder von Not und Katastrophen, Kriegsschauplätzen und Terroranschlägen heute um die Welt.

Das 21. Jahrhundert – es wird das Jahrhundert der Digital Natives sein. Entsprechend ist Folge sechs ganz unserem Protagonisten aus der Jetzt-Zeit gewidmet. Ihr Beruf, ihre Family-Values, ihre Weltanschauung: sie werden unsere Zukunft entscheidend mitbestimmen.


Verbindende Fragestellungen ins Heute:

Welche neuen Werte brauchen wir heute? Muss sich jeder selber für die Zukunft fitmachen? Habe ich Angst vor ihr? Warum brauche ich die anderen? Und warum bedeutet mir Glück so viel? Kennen wir noch Liebe im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, Cyberwelt und Humangenetik? Wer schenkt uns "Gnade" oder vergibt uns? Und vor allem: warum müssen wir immer weiter Grenzen überwinden und wozu wollen wir künftig unserer Freiheit nutzen?


Gesprächspartner und –partnerinnen für die Diskussion:

Dr. Sebastian Bartsch, KI-Forscher, Bremen

Alexandra Hardorf, Regisseurin und Autorin

Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, Berlin

Dr. Christopher Zarnow, Evangelische Hochschule Berlin




Alle sechs Folgen werden am 29. und 30. Oktober 2016 jeweils ab 20.15 Uhr auf ARTE gesendet.



Änderungen des Programms vorbehalten!


Diese Veranstaltung wird ganz oder teilweise mit Bild und Ton aufgezeichnet. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie Ihr Einverständnis, dass das Bild- und Tonmaterial für Dokumentationszwecke sowie im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Veranstalters eingesetzt werden darf.


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Leitung

Dr. Rüdiger Sachau

Akademiedirektor

Telefon (030) 2 03 55 -505

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