Ernstfall Schule

Fachtagung

Ernstfall Schule

Die Rolle der Religionen in der Einwanderungsgesellschaft

Tagungsnr.
43/2016
Von: 22.11.2016 10:00
Bis: 22.11.2016 17:00
Französische Friedrichstadtkirche

Inhalt

Schule ist Teil der Einwanderungsgesellschaft, vielleicht sogar ihre Verdichtung. Dabei bekommt sie von der Gesellschaft und auch der Politik nicht selten die Aufgabe zugewiesen, gesamtgesellschaftlich bestehende Probleme zu lösen, Diskriminierung aufzuheben, Teilhabe anzubieten, Differenzen im sozialen Status auf der Bildungsebene auszugleichen. Diese Überforderung führt auf schulischer Seite wiederum nicht selten zu Abwehr und so zur „Erklärung der Unzuständigkeit“, da die Probleme ja anderswo verursacht sind. Beide Phänomene sind es wert, über die Rolle von Schule in der Einwanderungsgesellschaft weiter und intensiver nachzudenken. Dies soll mit besonderem Akzent auf der in der gesellschaftlichen Debatte für enorme Distanz sorgenden Feld der Religionen geschehen.


Angeregt durch die Denkschrift der EKD „Religiöse Orientierung gewinnen. Evangelischer Religionsunterricht als Beitrag zu einer pluralitätsfähigen Schule“ (2014) und der EKD-Erklärung zu „Gute Schule aus evangelischer Sicht“ (2015)“ soll bei dieser Tagung in interreligiösen Konstellationen mit Wissenschaft, Praxis und Politik sondiert werden, welche Rolle Religionen an Schule spielen und welche sie im Sinne eines vielfältigen friedlichen Zusammenlebens und der Verständigung spielen könnten oder sollten.


Dazu laden wir Sie ein!


Matthias Otte

Evangelische Kirche in Deutschland

Dr. Peter Schreiner

Comenius Institut, Münster

Dr. Christian Staffa

Evangelische Akademie zu Berlin




Zielgruppe:

Lehrer_innen, Bildungspolitiker_innen, Aus- und Fortbildungsinstitute, Erziehungswissenschaft und Religionspädagogik, Landeskirchliche Bildungsverantwortliche/ReferentInnen, Schulverwaltung, Muslimische LehrerInnenausbildungsinstitute, Selbstorganisationen von Migrant_innen, Schüler_innen…


Programm

Dienstag, 22. November 2016


9.00 Uhr Anmeldung


10.00 Uhr Pluralitätsfähige Schule

Einführung

Dr. Peter Schreiner, Direktor Comenius-Institut, Münster


10.15 Uhr Schule und Religionen in der Einwanderungsgesellschaft

Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung, Düsseldorf


Anschließendes Gespräch mit:

Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan, Direktor Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung, Universität Duisburg-Essen

Propst Dr. Christian Stäblein, Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Berlin


11.15 Uhr Kaffeepause


11.45 Uhr Religionen und interreligiöses Gespräch an Schulen Erfahrungen und Perspektiven

Propst Dr. Christian Stäblein


im Gespräch mit

Annett Abdel-Rahman M.A., Lehrbeauftragte, Institut für Islamische Theologie, Universität Osnabrück

Dr. des. Max Czollek, Autor und Lyriker, Berlin

Klaus Schilling, Religionslehrer Humboldtschule, Bad Homburg

Aline Seel, Vikarin, Berlin


12.30 Uhr Mittagessen


13.30 Uhr - 15.45 Uhr Arbeitsforen


Arbeitsforum 1

Interreligiöse Bildung in Religionsunterricht und Schule: Bildungsziel Pluralitätsfähigkeit?

In diesem Forum werden Ansätze interreligiöser Bildung aus evangelischer sowie aus islamischer und migrationsgesellschaftlicher Perspektive vorgestellt und diskutiert. Am Beispiel der Regenbogenschule in Berlin-Neukölln wird kritisch geprüft, was in der schulischen Praxis im Blick auf interreligiöses Lernen möglich und sinnvoll ist.


mit

Prof. Dr. Friedrich Schweitzer, Lehrstuhl für Praktische Theologie/ Religionspädagogik, Universität Tübingen

Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan

Prof. Dr. Dr. Joachim Willems, Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik, Universität Oldenburg

Team der Religionslehrkräfte Regenbogenschule Berlin-Neukölln

Moderation: Dr. Rainer Möller, Comenius-Institut, Münster



Arbeitsforum 2

Schule als Projektionsraum

Schule ist auch ein Ort vielfältiger, oft problematischer Zuschreibungen und Reaktionen darauf. Zum einen wird Schule verstanden als der Ort, der gesellschaftliche Defizite zu bearbeiten hat. Dies führt zu Überforderung und Abwehrreaktionen seitens der schulischen Akteur_innen. Zum anderen wird Schule als Machtraum erlebt und verstanden zur Disziplinierung und Einpassungdes Nachwuchses. Diesen Zuschreibungen und ihren Folgen für die interreligiöse Kommunikationssituation soll nachgegangen werden.


mit

Mehmet Can, Lehrer, Berlin

Dr. des. Max Czollek, Autor und Lyriker, Berlin

Dr. Thomas Geier, Zentrum für Schul- und Bildungsforschung, Universität Halle-Wittenberg

Oberstudiendirektorin Dr. Gabriele Obst, Leiterin Evangelisches Gymnasium Nordhorn

Moderation: Dr. Christian Staffa



Arbeitsforum 3

Fundamentalistische religiöse Einstellungen als Herausforderung für die Schule


Schüler_innen, Lehrkräfte und Eltern mit fundamentalistischen religiösen Einstellungen christlicher stellen eine an Toleranz und Demokratie orientierte Schule vor Probleme. Neben islamischen gibt es auch christliche Strömungen, die Pluralität ablehnen. Das Forum beleuchtet unterschiedliche Strömungen des Fundamentalismus, diskutiert Erklärungsmodelle für dessen Entstehung und fragt nach (religions)pädagogischen Handlungsmöglichkeiten.


mit

Prof. Dr. Thomas Eppenstein, Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Bochum

Stefan Hermann, Direktor Pädagogisch-Theologisches Zentrum, Stuttgart

Pfr. Annette Kick, Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Stuttgart

Alioune Niang, ufuk.de., Portal zur pädagogischen Praxis zu Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus, Berlin

Moderation: Dr. Annebelle Pithan, Comenius-Institut, Münster


Arbeitsforum 4

Schulmodelle im Umgang mit Religionen

Wie greifen Schulen in freier Trägerschaft mit besonderer religiöser Eigenprägung die Herausforderungen einer Einwanderungsgesellschaft auf? Das Forum stellt zwei Beispiele vor: das Gymnasium Unterstrass Zürich, eine Schule in evangelischer Trägerschaft, und die Drei-Religionen-Grundschule des Bistums Osnabrück. Es geht um das Schulkonzept wie um Schulentwicklungsmaßnahmen, vor allem aber um die Erfahrungen und Entwicklungsmöglichkeiten einer Verbindung von Eigenprofil und (religiöser) Pluralität.


mit

Prof. Dr. Jürg Schoch, Direktor Evangelisches Gymnasium und Institut Unterstrass, Zürich

Schulrätin i.K. Claudia Sturm, Schulabteilung Bistum Osnabrück

Moderation: Oberkirchenrätin Dr. Uta Hallwirth, Leiterin Wissenschaftliche Arbeitsstelle Evangelische Schule, Hannover



Arbeitsforum 5

Interkulturelle Kompetenz und ihre religiöse Dimension in der Schule

In interkulturellen Konzepten werden Religion und Religionen nicht selten ignoriert, hier soll u.a. sondiert werden, wie das Interreligiöse zur Kompetenzbildung im Umgang mit Differenz und Ambivalenz beitragen kann.


mit

Annett Abdel Rahman

Dr. Claudia Lenz, Europäisches Wergeland Zentrum, Oslo

Prof. Dr. Gordon Mitchell, Lehrstuhl für Religion und Interkulturelle Erziehung / Religionspädagogik, Universität Hamburg

Moderation: Dr. Peter Schreiner



Arbeitsforum 6

Konsequenzen für die Lehrer(aus)bildung: Welche Kompetenzen brauchen Lehrerinnen und Lehrer im Einwanderungsland Schule?


Das Bildungsziel „Pluralitätsfähigkeit“ ist nur in einer gemeinsamen Anstrengung aller Lehrkräfte einer Schule erreichbar. Die mitunter zu beobachtenden Vorbehalte in Bezug auf die pädagogische Gestaltung religiöser und weltanschaulicher Vielfalt resultieren auch daher, dass sich viele Lehrkräfte nur unzureichend für diese Aufgabe ausgebildet fühlen. Das Forum thematisiert u.a., welche Basiskenntnisse Lehrkräfte hier benötigen und anhand welcher Inhaltsbereiche die erforderlichen professionellen Kompetenzen erworben werden sollen.


mit

Naciye Kamcili-Yildiz, Seminar für Islamische Theologie, Universität PaderbornProf. Dr. Thorsten Knauth, Leiter der Arbeitsstelle für interreligiöses Lernen, Universität Duisburg-EssenRegina Piontek, Leiterin des Kompetenzzentrum Interkulturalität, Landesinstitut für Schule, BremenOberkirchenrat Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht, Evangelische Landeskirche in Baden, Karlsruhe

Moderation: Oberkirchenrat Matthias Otte


16.15 Uhr Resümee und Weiterarbeit

Prof. Dr. Henning Schluß, Institut für Bildungswissenschaft, Universität Wien

Oberkirchenrätin Dr. Birgit Sendler-Koschel, Kirchenamt der EKD, Hannover

Prof. Dr. Bernd Schröder, Lehrstuhl für Praktische Theologie mit Religionspädagogik, Universität Göttingen

Oberkirchenrätin Dr. Birgit Sendler-Koschel, Kirchenamt der EKD, Hannover

Moderation: Dr. Rüdiger Sachau, Direktor Evangelische Akademie zu Berlin


17.00 Tagungsende

Teilen

Leitung

Dr. Christian Staffa

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche

Telefon (030) 203 55 - 411

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