Vom Vorurteil zur Zusammenarbeit

Geschlossene Fachtagung

Vom Vorurteil zur Zusammenarbeit

Hin zu einer besseren Kooperation von Sinti, Roma und Kirchen

Tagungsnr.
59/2017
Von: 01.12.2017 14:00
Bis: 02.12.2017 14:00
Ev. Akademie Bad Boll

Inhalt

Rassismus gegen Sinti und Roma ist europaweit fast konsenshaft verbreitet. Die Sozialwissenschaft geht davon aus, dass über 50 Prozent der europäischen Bevölkerung diese Volksgruppen ablehnen. Selbst wenn die Situation der Roma in Mittelosteuropa dramatisch angespannt ist, gibt es keinen Grund, die Situation in Deutschland schönzureden. Auch hier ist die Ablehnung sehr groß, die Diskriminierung massiv. Deshalb wollen wir uns mit Vertreterinnen der Landesverbände der Sinti und Roma und kirchlichen Verantwortlichen austauschen, wie Kirche sich in dieser Situation produktiv gegen Diskriminierung und Verachtung stellen und für eine veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung und Haltung gegenüber Sinti und Roma einsetzen kann.
Antiziganismus im Protestantismus, auch daran muss erinnert werden im zu Ende gehenden Jahr des Reformationsjubiläums. Denn es ist eine bittere Tatsache, dass Martin Luther die Feindschaft gegen Sinti und Roma theologisch rechtfertigte und dass viele Protestanten ihm darin folgten.

Auch mit der vermeintlich menschenfreundlichen „Zigeunermission" des 19. Jahrhunderts teilten und verstärkten die Kirchen das diskriminierende Bild der Mehrheitsgesellschaft. Denn zum Missionieren gab es keinen Anlass. Sinti und Roma waren längst Christen. Aber zum Arbeiten, so meinte man, müssten sie erzogen werden. Zur Verfolgung der Sinti und Roma durch das nationalsozialistische Deutschland schwiegen die Kirchen oder leisteten gar „Amtshilfe".

Auch nach dem NS-Völkermord bezogen die Kirchen lange keine Position gegen antiziganistische Vorurteile und die diskriminierende Ausgrenzung der Sinti und Roma. Seit einigen Jahren nun versuchen Akteure aus Initiativen von Sinti und Roma, aus Kirchen und Zivilgesellschaft hier einen Neuanfang - weg vom Vorurteil, hin zu einer guten Zusammenarbeit. Diese Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll soll Akteure zusammenbringen und nach neuen Wegen für ein gutes Miteinander suchen.

Alle Interessierte an dieser Arbeit und dem gemeinsamen Engagement von Sinti und Roma und nicht-Roma für ein gutes Miteinander in dieser Gesellschaft sind herzlich eingeladen zu dieser Vernetzungstagung.

Im Namen aller Vorbereitenden freuen sich auf Sie

Dr. Andreas Hoffmann-Richter
Dr. Christian Staffa, Evangelische Akademie zu Berlin
Wolfgang Mayer-Ernst, Evangelische Akademie Bad Boll

Programm

Freitag, 1. Dezember 2017

13.00 Uhr Ankommen, Anmelden, Zimmer beziehen

13.30 Uhr Ankommen bei Kaffee, Tee und einem kleinen Imbiss im Symposion

14.00 Uhr Begrüßung
Wolfgang Mayer-Ernst

Grußworte
Oswald Marschall
Daniel Strauß
Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July

14.30 Uhr Sinti und Roma und Kirchen. Antiziganismus und Zusammenarbeit - Erfahrungen
Mit kurzer Einführung zum Thema Protestantismus und Antiziganismus (Wolfgang Mayer-Ernst)

16.00 Uhr Kaffeepause im Café Heuss

16.30 Uhr Zur Situation der Sinti und Roma in Deutschland
Einblicke und Ausblicke
Emran Elmazi

17.15 Uhr Als Sinti, Roma und Kirche gemeinsam aktiv
Die Arbeit des AK Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg
Vorstellung: Dr. Andreas Hoffmann-Richter
Kommentare: Edgar Born und Oswald Marschall

18.00 Uhr Abendessen im Symposion

19.30 Uhr Landesverbände und Landeskirchen als regionale Akteure und Partner
Austausch und Planungen in Regionalforen

21.00 Uhr Fortsetzung der Gespräche und Vernetzungen im Café Heuss

Samstag, 2. Dezember 2017

8.00 Uhr Morgenandacht in der Kapelle
Wolfgang Mayer-Ernst

8.20 Uhr Frühstück im Symposion

9.00 Uhr Zimmer räumen
(Ein Gepäckraum befindet sich gegenüber der Rezeption im Hauptgebäude)

9.15 Uhr Gelungenes, Probleme, Lösungsversuche
Rückmeldungen aus den Regionalforen

10.00 Uhr Kaffeepause im Café Heuss

10.30 Uhr Was kann, was soll ein bundesweites Netzwerk von Sinti, Roma und Kirchen leisten?
Offenes Diskussionsforum mit Jonathan Mack und Dr. Christian Staffa

12.00 Uhr Probleme, Versuche, Lösungen. Berichte aus den Regionen
Rückmeldungen ins Plenum und Diskussion

13.00 Uhr Mittagessen im Symposion
und Ende der Tagung

Änderungen des Programms vorbehalten!

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Leitung

Dr. Christian Staffa

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche

Telefon (030) 203 55 - 411

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