Menschenrechte verteidigen – Nächstenliebe leben

Fachtagung

Menschenrechte verteidigen – Nächstenliebe leben

Tagungsnr.
49/2018
Von: 12.10.2018 17:00
Bis: 13.10.2018 18:00
Caritas-Pirckheimer-Haus

Inhalt

Demokratiefeindlichkeit oder die Ablehnung von demokratischen Entscheidungsfindungsprozessen gehen in der Regel Hand in Hand mit einer Haltung, die Menscherechte nicht allen Menschen zugestehen will. Frauenrechte, Rechte von Minderheiten und viele andere Menschenrechte verlangen die gesellschaftliche Teilhabe der jeweiligen Gruppen, die in antidemokratischen Diskursen verweigert wird. Obwohl dieser Zusammenhang auf der Hand liegt, hat es bisher wenig Anstrengungen gegeben, in diesem Kontext Menschenrechte und Demokratie stärker aufeinander zu beziehen. Dem wird beim Forum 2018 der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus nachgegangen - auch unter selbstkritischem Einbezug kirchlicher Handlungsmöglichkeiten in den angesprochenen Feldern.
Im Deutschland des Jahres 2018 geraten sicher geglaubte menschenrechtliche Standards ins Wanken. Eine neue rechte Bewegung stellt die offene Gesellschaft infrage. Das Forum 2018 widmet sich der Frage, wie in Zeiten gesellschaftlichen Rechtsrucks Menschenrechte und Demokratie verteidigt werden können.
Die Kirchen engagieren sich mehr denn je für eine menschenfreundliche Politik für Geflüchtete – und sind deshalb immer wieder Angriffen von rechts ausgesetzt. Aber auch in kirchlichen Milieus gibt es Ressentiments, mit denen es sich kritisch auseinanderzusetzen gilt. Im Rahmen der Tagung diskutieren wir über die Verknüpfung von menschenrechtlichen Standards, Abwehr rechter Agitation und kritischer Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Auch die Erinnerung an die Morde des NSU wird wachgehalten – mit einer Theaterveranstaltung und dem Abschluss der Veranstaltung am Nürnberger NSU-Mahnmal, unter anderem mit einer Rede des EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm.
Das Forum soll unmittelbar vor der bayerischen Landtagswahl 2018 einen überregional vernehmbaren Widerspruch zu rechtspopulistischen Positionen setzen. Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich auszutauschen, zu informieren, sich gegenseitig zu ermutigen und gemeinsam gute Praxis für Menschenrechte und für Nächstenliebe zu entwickeln.

Programm

Freitag, 12. Oktober 2018

Empfang im Heilig-Geist-Haus
durch den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg
Begrüßung: Susanne Brandes und Martin Becher, (Sprecher*innenrat der BAG K+R)

16:30 Uhr Ankommen und Kaffee

17:00 Uhr Begrüßung
Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg
Grußworte:
Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick, Erzdiözese Bamberg
Dr. Annekathrin Preidel, Präsidentin der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

17:45 Uhr Impuls
Alte Rechte und Neue Rechte. Kontinuitäten rechten Denkens
Dr. habil. Klaus Holz, Generalsekretär Evangelische Akademien in Deutschland e.V.

Im Anschluss: Empfang mit Essen

Im Anschluss: Spaziergang
Richtung Caritas-Pirckheimer-Haus

20:00 Uhr: Theatervorführung
Die NSU-Monologe
Bühne für Menschenrechte

Im Anschluss: Come-Together

Samstag, 13. Oktober 2018

8:30 Uhr Frühstück in den jeweiligen Unterkünften

9:30 Uhr Morgenandacht in der Offenen Kirche St. Klara Nürnberg
Hubertus Förster, Stadtdekan

Im Anschluss: Spaziergang zum Caritas-Pirckheimer-Haus

10:00 Uhr Workshops
Kirchliche Arbeit mit Geflüchteten
Mirjam Elsel, Koordinatorin für die Arbeit mit Flüchtlingen im Evang.-Luth. Dekanatsbezirk Bamberg

»Nur ein Gott kann uns retten?« Zur Theologie der Neuen Rechten
Dr. Christian Staffa, Evangelische Akademie zu Berlin

Der NSU in der Region Nürnberg
Jonas Miller, Journalist (Bayerischer Rundfunk)

Netzteufel: Kirchlicher Umgang mit Hatespeech in den sozialen Medien
Kristina Herbst, Projekt Netzteufel der Evangelischen Akademie zu Berlin

11:30 Uhr Kaffee

12:00 Uhr Impuls
Migration und Menschenrechte: Anforderungen an eine menschenfreundliche Migrationspolitik
Prof. Dr. Petra Bendel, Professorin für Politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

13:00 Uhr Mittagessen

14:00 Uhr Diskussion in Arbeitsgruppen
Gegen den »Genderismus«? Rechtspopulismus und Gender
Ruth Heß, Evangelisches Zentrum Frauen und Männer gGmbH

Die Kirchen und der Israelboykott: Christlicher Antisemitismus
Dr. Hermann Lührs, Sozialwissenschaftler, Evangelisches Werk für die Diakonie und Entwicklung

Rassismus gegen Sinti und Roma
Dotschy Reinhardt, Musikerin und Autorin

16:00 Uhr Bilanz und Zusammenfassung
Dr. Siegfried Grillmeyer und Dr. Claudia Pfrang

16:30 Uhr Abschluss der Veranstaltung am NSU-Mahnmal Nürnberg
»Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen: Nie wieder!«
Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rats der EKD und RA Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler, Vertreter der Nebenklage im NSU-Prozess

Teilen

Leitung

Dr. Christian Staffa

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche

Telefon (030) 203 55 - 411

Kooperation/Förderung

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