Anpassung, Abgrenzung und Eigenständigkeit

Fachtagung

Anpassung, Abgrenzung und Eigenständigkeit

Jüdische und christliche Reformbestrebungen im 19. Jahrhundert und heute

Tagungsnr.
57/2018
Von: 26.11.2018 09:00
Bis: 26.11.2018 21:00
Französische Friedrichstadtkirche

Inhalt

Im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert hält die Aufklärung Einzug in die Theologie, sowohl auf christlicher als auch auf jüdischer Seite. Die Religionen verbindet u.a. die Suche nach einer zeitgemäßen, auf Ethik konzentrierten Glaubenspraxis, die das Religiöse nicht preisgibt. Der Studientag dient dazu, sich mit diesen Zusammenhängen zu beschäftigen und ein klareres Bild davon zu gewinnen, warum und wo jüdisch-christliche Kommunikation in dieser Zeit gelang, abbrach oder scheiterte. Aus welchen Motivationen und mit welchen Folgen entstanden christliche und jüdische Reformbewegungen? Wo gab es gegenseitige Beeinflussungen und welche Rolle spielten christlicher Antisemitismus und jüdische Emanzipation? Die Geschichte ragt in die Gegenwart hinein, und so fragen wir mit dem Institut Kirche und Judentum nach ihren Spuren, um für heutige Reformen zu lernen. Der Studientag richtet sich an Studierende der Humboldt-Universität, an Pfarrerinnen und Pfarrer, Lehrer und Lehrerinnen der EKBO.
Ein Studientag des Instituts Kirche und Judentum aus Anlass des 250. Geburtstags Friedrich Schleiermachers.
In Kooperation mit dem Institut Kirche und Judentum und der School of Jewish Theology, Potsdam.

Im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert hält die Aufklärung Einzug in die Theologie, sowohl auf christlicher als auch auf jüdischer Seite. Die Religionen verbindet u.a. die Suche nach einer zeitgemäßen, auf Ethik konzentrierten Glaubenspraxis, die das Religiöse nicht preis gibt.

Der erste Tempel der jüdischen Reformbewegung wurde am 17. Juli 1810 in der Stadt Seesen im Harz durch Israel Jacobson (1768–1828) gegründet. Israel Jacobson zog wenig später nach Berlin und war hier maßgeblich beteiligt an der Gründung der ersten Berliner Reformsynagoge in der Burgstraße im Jahr 1815.

Während das Reformjudentum in der Mitte Berlins entsteht, predigt der Theologe Friedrich Schleiermacher unweit entfernt in der Dreifaltigkeitskirche. Auch er ringt um theologische Erneuerungen und setzt sich zudem ein für eine rechtliche Emanzipation der Juden. In seinen Reden allerdings erscheint das Judentum als lange schon „todte Religion" („Über die Religion", 1799) und in seinem theologischen Hauptwerk „Der christliche Glaube" von 1821 spricht er von der „Unreife" des Judentums.

Der Studientag dient dazu, sich mit diesen Zusammenhängen zu beschäftigen und ein klareres Bild davon zu gewinnen, warum und wo jüdisch-christliche Kommunikation in dieser Zeit gelang, aber auch abbrach und scheiterte. Aus welchen Motivationen und mit welchen Folgen entstanden christliche und jüdische Reformbewegungen? Wo gab es gegenseitige Beeinflussungen und welche Rolle spielten christlicher Antisemitismus und jüdische Emanzipation? Die Geschichte ragt in die Gegenwart hinein und so fragen wir nach ihren Spuren, um für heutige Reformen zu lernen.
Der Studientag richtet sich an Studierende der Humboldt-Universität, an Pfarrerinnen und Pfarrer, Lehrer und Lehrerinnen der EKBO.

Programm

Programm

09.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Markschies

09.15 Uhr Grußwort
Dr. Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

09.30 Uhr Friedrich Schleiermacher und sein Verhältnis zum Judentum – eine jüdische Perspektive
Prof. Dr. Micha Brumlik, Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg

Eine evangelische Response
Dr. Eva Harasta, Evangelische Akademie zu Berlin

11.00 Uhr Kaffeepause

11.30 Uhr Judentum in Deutschland im 19. Jahrhundert
Rabbiner Prof. Walter Homolka PhD PhD DHL, Geschäftsführender Direktor der School of Jewish Theology, Potsdam

Zwischen Freiheit und Bindung – Die Etablierung und Entwicklung der Jüdischen Reformgemeinde zu Berlin
Dr. Simone Ladwig-Winters

12.45 Uhr Mittagsimbiss

13.30 Uhr Reform und Reformation – Näherungen und Distanzen
Dr. Dr. h. c. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz,
im Gespräch mit
Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, Synagogengemeinde Sukkat Schalom.
Moderation: Pfrn. Barbara Manterfeld-Wormit, Rundfunk- und Fernsehbeauftragte der EKBO

15.00 Uhr Kaffeepause

15.30 Uhr Arbeitsgruppen
Frauen in Reformjudentum und Kirche gestern und heute
Esther Hirsch, Kantorin Sukkat Schalom und House of One und Pfn. Magdalena Möbius, Frauenarbeit der EKBO

Reform und Reformation im Judentum
Dr. Klaus Hermann, Freie Universität Berlin, Institut für Judaistik

Reform und Restauration. Jüdische und christliche Liturgie im Schatten der Heiligen Allianz
Prof. Dr. Anselm Schubert, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

17.00 Uhr Abschluss-Podium: Erträge
Moderation: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Markschies

18.00 Uhr Abendimbiss

19.00 Uhr Spuren
„Synagogale Musik"
Sopran: Sonja Pitsker,
Kammerchor AMICI VOCALES,
Leitung: Martin L. Carl,
Orgel: Stefan Kießling

„Ali Babas Spieldose"
Die Lieder und Coplas
von Alberto Hemsi (1898–1975)
Bariton: Assaf Levitin,
Klavier: Naaman Wagner

Änderungen (zum Beispiel wegen Krankheit) vorbehalten. Informationen unter: www.ikj-berlin.de

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Leitung

Dr. Christian Staffa

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche

Telefon (030) 203 55 - 411

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