Wie politisch muss die Kirche sein?

Abendforum

Wie politisch muss die Kirche sein?

Kirche als Lernort der Demokratie IV

Tagungsnr.
12-4/2019
Von: 18.09.2019 18:00
Bis: 18.09.2019 20:45
Französische Friedrichstadtkirche

Inhalt

Angesichts einer Vielzahl rechtspopulistischer Positionen, in denen die Ablehnung der Demokatie zum Ausdruck kommt, muss die Frage nach dem Stand der demokratischen Kultur in Deutschland Ost und West gestellt werden. Die gegenwärtigen Entwicklungen machen deutlich, dass Demokratie immer wieder neu gelernt und angeeignet werden muss. Kann eine politische oder öffentliche Theologie dazu beitragen? Wird die Kirche zur bloßen Moralanstalt, wenn sie sich politisch klar äußert, oder kommt sie gerade darin ihrem Auftrag nach?
Angesichts der aktuellen Entwicklung rechtspopulistischer Positionen, die sich teilweise demokratiefeindlich äußern, muss die Frage nach dem Stand der demokratischen Kultur in Deutschland Ost und West gestellt werden. Die gegenwärtigen Entwicklungen machen deutlich, dass Demokratie immer wieder neu gelernt und angeeignet werden muss. Kann eine politische oder öffentliche Theologie dazu beitragen? Wird die Kirche zur Moralanstalt, wenn sie sich politisch klar äußert, oder kommt sie gerade darin ihrem Auftrag nach?

Nach eigenem Verständnis wird sich die Evangelische Kirche immer zu den konkreten Fragen unserer Welt verhalten und dabei ihre Sichtweise beitragen, die von der biblischen Botschaft her bestimmt ist. Ein Schweigen der Kirche ist genauso politisch lesbar, wie eine konkrete Äußerung.
Die Erfahrungen von Christinnen und Christen in der DDR sind es in besonderer Weise wert, dass wir sie auch nach 30 Jahren in unsere Überlegungen zum heutigen Verhältnis von Kirche und Politik einbeziehen.

An diesem Abend geht es also nicht um die Frage, ob die Kirche sich zu Politik und Gesellschaft verhält, sondern wie und wann sie dieses tut. Mit dem Vorwurf der parteipolitischen Nähen und Distanzen wird sie sich dabei argumentativ auseinander setzen müssen.

Dr. Rüdiger Sachau
Evangelische Akademie zu Berlin

Programm

Mittwoch, 18. September 2019

Ab
17.30 Uhr Einlass und Anmeldung

18.00 Uhr Musik
Ute Falkenau,, Musikalische Leiterin und Pianistin des „Theater im Palais", Berlin

Begrüßung
Dr. Rüdiger Sachau

18.10 Uhr Gesellschaftliches Engagement oder bloße Moralisierung?
Volkskirche, Politik und das Evangelium
Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Ulrich H. J. Körtner, Universität Wien, Evangelisch-Theologische Fakultät, Lehrstuhl für Systematische Theologie, Wien

Musik
Ute Falkenau

18.50 Uhr Wie politisch muss die Kirche sein? Wie politisch darf die Kirche sein?
Gespräche an runden Tischen in der Kirche

19.10 Uhr Politisches Engagement und Kirche
Erfahrungen in der DDR
Ein Gespräch mit Pfarrer Stephan Bickhardt, Direktor der Evangelischen Akademie Meißen, Mitbegründer des Arbeitskreises „Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung" (DDR 1986)

19.30 Uhr Engagierter streiten, klüger argumentieren, bewusster schweigen
Ein Plädoyer für eine neue Streitkultur in der Evangelischen Kirche
von Prof. Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter des Rates der EKD, Berlin

19:45 Uhr Diskussion auf dem Podium und mit dem Publikum
Ulrich Körtner, Johann Hinrich Claussen, Stephan Bickhardt
Moderation: Rüdiger Sachau

20:15 Uhr Verabschiedung

Bis
20:45 Uhr Gelegenheit zu Nachgesprächen an den Tischen

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Wir laden herzlich ein zum letzten Abend der fünfteiligen Reihe „Kirche als Lernort der Demokratie":

Gesprächskulturen – Streitkulturen
Montag, 28. Oktober 2019
Straßenkampf, Agitation, Runder Tisch und Friedensgebet - was lernen wir aus den Umbrüchen von 1919 und 1989? Demokratie, die stets neu angeeignet werden muss, setzt die Fähigkeit zum konstruktiven Streit voraus. Eine Fähigkeit, die sich im Umgang mit den Rändern, mit Minderheiten, mit Skeptikern und dem Protest beweisen muss. Wie aber konstruktiv streiten, wenn die Beteiligten gar nicht argumentieren wollen, sondern sich auf Gefühlslagen berufen? Muss die Kirche selber radikal werden, wenn die Demokratie bedroht ist?

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Leitung

Dr. Rüdiger Sachau

Akademiedirektor

Telefon (030) 2 03 55 -505

Kooperation/Förderung

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