Wie lässt sich ein Museum dekolonisieren?

Abendforum

Wie lässt sich ein Museum dekolonisieren?

Mission und Kolonialismus. Gespräche zu einer postkolonialen Erinnerungskultur

Tagungsnr.
22133
Von: 06.07.2022 19:00
Bis: 06.07.2022 20:30
Online

© Christoph Schwab. Tabula rasa. Die Räume des Museums auf der Hardt in Wuppertal, des neu konzipierten ehemaligen Völkerkundemuseums der Vereinigten Evangelischen Mission, während des Umbaus.

Inhalt

Missions- und Kolonialgeschichte sind eng miteinander verflochten. Missionare zogen im 19. Jahrhundert in weite Teile der Welt unter den Bedingungen des politischen Kolonialismus aus. Sie mussten sich - unterstützend, kollaborierend, duldend oder distanzierend – zu den Kolonialmächten verhalten. Zweifellos ist Mission daher Teil der Kolonialgeschichte. Wahr ist aber auch, dass sich das Verhältnis von Mission und Kolonialmächten abhängig von Ort, Zeit und Akteur*innen ganz verschieden gestaltete. Hinzu kommt, dass heute in Deutschland und in den damaligen Missionsgebieten ganz unterschiedlich an diese Zeit erinnert wird. Was aber heißt das für die heutige Erinnerungskultur von Institutionen, deren eigene Geschichte sich mit der Kolonialgeschichte kreuzt? Das ist Ausgangspunkt einer Gesprächsreihe, zu der die Evangelische Akademie zu Berlin und das Berliner Missionswerk einladen.
Die Debatte um den Umgang mit Objekten aus kolonialen Kontexten und die Frage nach den Perspektiven der Darstellung von Geschichte bewegen nicht nur große Museen wie etwa das Berliner Humboldt Forum, sondern auch kleine Ausstellungen in Stadtbezirken oder Missionswerken. In den letzten Jahren sind die Stimmen, die einen rassismussensiblen und multiperspektivischen Ansatz für Ausstellungsprojekte im Kontext der Aufarbeitung und Darstellung von kolonialer Herrschaft fordern, lauter geworden. Viele Institutionen durchlaufen einen Prozess, um die von ihnen dargestellten Perspektiven zu erweitern, damit nicht nur die der dominanten kulturellen Gruppe gehört wird. Denn dies birgt die Gefahr, koloniale Strukturen fortzuschreiben.

Der vierte Abend der Veranstaltungsreihe nimmt die Fragen rund um die grundlegende Neugestaltung von Museen im Sinne einer Dekolonisierung auf: Wie kann die Verflechtung von Mission und Kolonialismus angemessen dargestellt werden? Welche Objekte können gezeigt werden? Wie geht man mit Leerstellen um? Wie wird eine Multiperspektivität erreicht, die allen Betroffenen eine wirkliche Stimme gibt?

Die beiden Referent*innen geben Beispiele aus ihrer konkreten Museumsarbeit und reflektieren die aktuelle kulturpolitische Debatte, um die Dekolonisierung von Museen.

Dr. Ibou Diop ist Mitarbeiter des Berliner Stadtmuseums in der Kompetenzstelle Dekolonisierung und erarbeitet ein gesamtstädtisches Erinnerungskonzept „Kolonialismus".
Julia Besten ist Geschäftsführerin der Archiv- und Museumsstiftung der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal. Das dortige Museum stellt die Geschichte der Rheinischen und der Bethel Mission dar.

Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie zu Berlin gemeinsam mit dem Berliner Missionswerk.

Preise und Informationen

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Die Veranstaltung findet online statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Dr. Friederike Krippner

Akademiedirektorin

Telefon (030) 203 55 - 505

Organisation

Susanne Wünsch

Veranstaltungsorganisation

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