"Spaces of Memory"

Fachtagung

Spaces of Memory

21. Internationales Gedenkstättentreffen in Kreisau 2024

Tagungsnr.
24069
Von: 03.04.2024 15:00
Bis: 06.04.2024 11:00
Internationale Begegnungsstätte der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung

Das 21. Gedenkstättentreffen in Kreisau/Krzyzowa widmet sich dem Thema der materiellen Erinnerungskultur. Denkmäler, Erinnerungszeichen und Gedenkorte im öffentlichen Raum sollen im Blick auf ihre Entstehung und ihre Rezeptions- und Wirkungsgeschichte als auch hinsichtlich ihrer (sich manchmal wandelnden) Funktion diskutiert werden.

Inhalt

Viele Denkmäler, Gedenkzeichen und -stätten in Europa erinnern an die Opfer des rassistischen Angriffs- und Vernichtungskriegs der Nationalsozialisten, an den Holocaust und die Besatzung durch die deutsche Wehrmacht. Weitere Gedenkzeichen sind der sowjetischen Besatzung gewidmet, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die NS-Gewaltherrschaft in Ost- und Mitteleuropa ablöste. Vielerorts wurden Kriegerdenkmäler errichtet, die die sowjetische und stalinistische Geschichte heroisierten. Nach Gründung der kommunistischen Sowjet- und Volksrepubliken wurde auch die eigene Vergangenheit in Denkmälern und Erinnerungszeichen glorifiziert.

Erst nach dem Zerfall der kommunistischen Diktaturen und mit der Einrichtung demokratischer Strukturen setzte allmählich eine kritische Auseinandersetzung mit der sowjetischen Gewaltgeschichte ein. Der Opfer stalinistischer Gewalt wird inzwischen an zahlreichen Erinnerungsorten und Denkmälern gedacht. Es begann auch eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Opfern der Shoah, sowie die Erinnerung an andere Opfer nationalsozialistischer Gräueltaten, die wiederum zu einer Differenzierung der Erinnerungskultur beigetragen hat.

Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine werden Denkmäler, die an die Opfer stalinistischer Gewalt erinnern, wieder getilgt.

Die Tagung fragt gezielt nach den Debatten, die mit der Errichtung von Denkmälern einhergehen. Wie werden Diktaturerfahrungen ausgedrückt und inwiefern werden Nationalsozialismus und Kommunismus dabei voneinander unterschieden oder gemeinsam erinnert? Was änderte sich nach den Zäsuren 1945 oder 1989? Wie wird mit dem Thema Opferkonkurrenz umgegangen? Welche Rolle spielen die Aufarbeitung von Verbrechenskomplexen und Transitional Justice bei der Einrichtung von Gedenkorten?  Welche Trends sind bei Gedenkzeichen zu erkennen, die sich vermeintlichen Helden widmen? Welche Rolle spielt das Thema Geschlechtergeschichte damals und heute? Und welchem Wandel unterliegt die Formensprache von Gedenkzeichen? Schließlich fragt die Tagung auch danach, was Gedenkzeichen und Erinnerungsorte für die demokratische Erinnerungskultur leisten können und welche Voraussetzungen sie dafür benötigen.

Die 21.Gedenkstättenkonferenz in Kreisau richtet sich an Mitarbeitende von Museen und Gedenkstätten in Europa und der Welt. Sie dient dem Austausch von Expert*innen und Multiplikator*innen, fördert die Vernetzung der Institutionen und Einrichtungen und hat das Ziel, die Zusammenarbeit zu stärken und der kritisch-reflexiven Auseinandersetzung mit demokratischer Erinnerungskultur Raum zu geben.

Programm

Mittwoch, 3. April

Bustransfer von Berlin, Ankunftstag

17:00 Uhr geführte Besichtigung des Geländes

18:30 Uhr Abendessen

19:30 Uhr Get-together

Donnerstag, 4. April

9:00 Uhr Keynote – Kristiane Janeke, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam
Paweł Machcewicz, Institut für Politikwissenschaften PAN, Warschau

10:00 Uhr Panel I Denkmäler und Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Europa
Aleksandr Dalhouski, Geschichtswerkstatt Minsk, Belarus
Konrad Mücke, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Berlin
Almudena Cruz Yábar, Universidad Complutense de Madrid
Phillipe Hansch, Centre Mondial de la Paix, Verdun
Tomasz Skonieczny; Krzyzowa

11:30 Uhr Mittagspause

12:30 Uhr Panel II Denkmäler zur Erinnerung an Besatzung und Tyrannei in Europa
Chantal Kesteloot, CegeSoma/Archives de l’Etat, Bruxelles
Anna Margvelashvili, Soviet Past Research Laboratory, Tbilissi
Karol Mazur, Museum des Warschauer Aufstands, Warschau
Aleksandar Jakir, Universität Split
Agnieszka Wierzcholska /Robert Parzer, Deutsch-Polnisches Haus, Berlin

14:00 Uhr Kaffeepause

14:30 Uhr Panel III Erinnerung in Gedenkstätten ehemaliger Lager, Haftanstalten und Orte der Repression
Tomasz Oleksy-Zborowski, Gedenkstätte Majdanek / Sobibor
Julia Landau, Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald, Weimar
Ljiljana Radonic, Universität Wien
Anke Giesen, Memorial International
Bozhena Kozakevych, Europauniversität Viadrina, Frankfurt Oder

16:00 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr Workshops/Gruppendiskussion und Präsentation
Umstrittene Denkmäler im öffentlichen Raum

18:00 Uhr Abendessen

Freitag, 5. April

9:00 Uhr Panel IV Umgang mit der Erinnerungskultur in der Indo-Pazifik-Region
N.N. Taiwan
N.N. China
N.N. Japan
N.N. Mongolei

11:00 – 17:00 Uhr Exkursion
Gedenkstätte Groß-Rosen

Samstag, 6. April

9:00 Uhr Panel V Räume der Erinnerung: Quo vadis - europäische Erinnerungskultur?
Momchil Metodiev, Sofia Platform Foundation, Belene
Libera Picchianti, Haus der Europäischen Geschichte, Brüssel
Łukasz Kamiński, Institut für Nationales Gedenken
Mihail Borovik, Stiftung Sächsische Gedenkstätten

11:30 Uhr Abreise
(Bustransfer nach Berlin)

Anmeldung
Bitte melden Sie sich bis zum 3. März bei der Bundesstiftung Aufarbeitung an, der Anmeldebutton zu Beginn der Website leitet Sie auf die entsprechende Seite weiter.

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Leitung

Dr. Jacqueline Boysen

Projektstudienleitung Ost-Westeuropäisches Gedenkstättentreffen Kreisau

Telefon (030) 203 55 - 506 (Sekretariat Akademieleitung)

Organisation

Melanie Baumert-Sarnow

Veranstaltungsorganisation

Telefon (030) 203 55 - 404

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