Grandma Mother Me

Filmabend

Grandma Mother Me

Transgenerationale Traumata in Sinti- und Roma-Familien

Reihe: Ich sehe was, was du nicht siehst. Antiziganismus im Film

Tagungsnr.
26028
Von: 19.03.2026 18:30
Bis: 19.03.2026 20:30
Haus der EKD
Illustration in Rottönen mit drei Frauengesichtern, die aus großen Blumen herausblicken

© Lotta Adolfsson

Der Film „Grandma Mother Me“ erzählt von drei Generationen einer Familie, die das Trauma von Verfolgung, Schweigen und alltäglichem Antiziganismus verbindet. Was bedeutet es, mit Erinnerungen aufzuwachsen, die unausgesprochen im Blick der Großmutter, in der Sorge der Mutter und im eigenen Körper weiterleben?

Inhalt

Viele Sinti*- und Roma*-Familien sprechen bis heute nur in Bruchstücken über das Leid, das sie durch Verfolgung und Ausgrenzung erleben – zu tief sitzen Schmerz, Verlust und Ausgrenzung. Dieses Schweigen ist selbst Teil der Geschichte: Es kann schützen, aber auch belasten. Transgenerationale Traumata zeigen sich oft erst Jahrzehnte später – in Ängsten, Unsicherheiten oder dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Die damit verbundenen Gefühle und Ängste werden fast unbemerkt an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Dadurch stehen auch jüngeren Generationen von Sinti* und Roma* vor der Frage, wie sie mit diesen prägenden Elementen ihrer Biografien umgehen sollen.

„Als Kind habe ich nicht Alles verstanden. Aber die Angst habe ich nie vergessen.“

(Zilli Schmidt, Sinteza, Autorin und Holocaust Überlebende)

Mit ihrem Film „Grandma Mother Me“ (Schweden, 2024) macht Regisseurin und Traveller Lotta Adolfsson spürbar, wie sich Geschichte in Familien einschreibt: in Träumen, in Zuneigung, in unausgesprochenen Sätzen. Und sie zeigt, wie das Unsagbare dennoch seinen Weg findet: durch Bilder, durch Gespräche, durch Widerstand – Widerstand, der meistens bei den Betroffenen selbst anfängt. Doch der Film bleibt nicht beim Schmerz stehen. Er erzählt vom Mut, das Schweigen zu brechen. Von Empowerment als täglicher Praxis. Von Frauen, die ihre Geschichte selbst in die Hand nehmen.

Im Anschluss an die Vorführung werden mit Aktivist*innen und Expert*innen ins Gespräch kommen:

- Margitta Steinbach, Vorstandsvorsitzende Menda Yek

- Myrthe Rosenbaum, AMCHA Deutschland

- Talina Connolly, Ev. Akademie zu Berlin und Studierendenverband der Sinti und Roma in Deutschland

- Andra Draghiciu, Critical Film & Image Hub der Forschungsstelle Antiziganismus (Moderation)

Gemeinsam möchten wir darüber diskutieren, welche Auswirkungen transgenerationale Traumata heute haben, wie das Schweigen gebrochen werden kann und welche Rolle Selbstorganisation, Bildung und Film für kollektive und individuelle mentale Gesundheit spielen.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Für Getränke und eine kleine Stärkung im Anschluss ist gesorgt.

Bitte merken Sie sich schon einmal die weiteren Termine der Filmreihe Ich sehe was, was du nicht siehst. Antiziganismus im Film vor: 

15. April 2026
Romani Women on and Behind the camera mit einem Q&A
Sinema Transtopia
Lindower Str. 20/22, Haus C
13347 Berlin

31. Mai 2026
Beyond the Divide & That Boy
Pilecki-Institut Berlin
Pariser Platz 4A
10117 Berlin

10. Juni 2026
The Garbage Helicopter
Nordische Botschaften – Felleshus
Rauchstraße 1
10787 Berlin

Ort und Anreise

Haus der EKD
Charlottenstraße 53/54
10117 Berlin

Empfohlener externer Inhalt: Karte

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben
Kooperationsverbund gegen Antiziganismus
Critical film and image hub
Amcha Deutschland

Teilen

Vormerken

im Kalender speichern

Leitung

Jakob Mirwald

Projektleiter Netzwerk Sinti Roma Kirchen

Telefon (030) 203 55 - 583

Talina Connolly

Projekt Sinti Roma Kirchen (Elternzeitvertretung)

Organisation

Eleni Efthymiou

Veranstaltungsorganisation, Sachbearbeiterin Netzwerk Sinti Roma Kirchen

Telefon (030) 203 55 - 507

Schwarz-weiß-Foto einer jungen Frau mit Miniatur-Filmklappe vor einem Auge

Ich sehe was, was du nicht siehst

Antiziganismus im Film

Die Filmreihe "Ich sehe was, was du nicht siehst: Antiziganismus im Film" lädt das Publikum dazu ein, die oft unsichtbaren Mechanismen zu entlarven, mit denen Filme gesellschaftliche Machtverhältnisse stabilisieren. Zugleich zeigt sie auf, wie visuelle Medien für Widerstand, Sichtbarkeit und …

„Gefühle sind kein privates Gut“

Aleida Assmann über die politische Dimension von Emotionen

Ausgehend von zwei Kurzfilmen, beleuchten wir am 12. März mit den Regisseurinnen Danielle Schwartz und Anna Brass Erinnerungskulturen und Erzählungen, die an konkrete Dinge gebunden sind. An der Diskussion wird auch Aleida Assmann teilnehmen, die für ihre Beiträge zur Erinnerungs- und …

Netzwerk Sinti Roma Kirchen

Netzwerk Sinti Roma Kirchen

Partner im Kooperationsverbund gegen Antiziganismus

Als Mitglied des Netzwerks Sinti Roma Kirchen setzt sich die Evangelische Akademie zu Berlin dafür ein, diskriminierende Strukturen in Gesellschaft und Kirche aufzubrechen und die selbstbestimmte Interessenvertretung von Sinti*zze und Rom*nja in den Blickpunkt zu rücken. Dabei arbeitet sie mit dem …

Anmeldung
Newsletter
nach oben

Cookies und Datenschutz

Unsere Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung der Bedienung und des Angebots sowie zur Auswertung von Webseitenbesuchen. Einzelheiten über die von uns eingesetzten Cookies und die Möglichkeit diese abzulehnen, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.