Susa – Hauptstadt der Meder und Perser, ein riesiges Königreich, märchenhafte Luxusfeste, schöne Frauen, ein politisch schwacher König, Hofintrigen machtgieriger Günstlinge. Dazwischen ein jüdischer Mann, seine junge Nichte Esther, eine jüdische Gemeinschaft zwischen Akzeptanz, Anpassung, Selbstbehauptung und dem Vertrauen auf Gott.
In diese Gemengelage führt eines der spannendsten Bücher der Bibel, das Buch Esther, das in diesem Jahr Thema der ökumenischen Bibelwoche ist. Viel lässt sich lernen über Entscheidungskonflikte und Dilemmata, in die Menschen geraten können: Über den Wunsch nach dem Rückzug ins Private - und was passiert, wenn dieser Rückzug verhindert wird; über die Bewahrung des aufrechten Gangs auch dort, wo man es mit den Mächtigen zu tun bekommt; über die Frage, wann es Zeit ist, aus der Deckung herauszutreten; schließlich auch die furchtbare Frage, was tun, wenn Diplomatie an ihre Grenzen stößt.
In jüdischer Tradition wird zu jedem der drei Wallfahrtsfeste eine Megilla, ein Buch gelesen. So wird zu Purim die Megilla Esther gelesen. Es stellt uns viele Fragen: Warum bleibt Gott verborgen? Warum ist alles anders, als es auf den ersten Blick erscheint? Was so fröhlich klingt – ist es nicht bitterer Ernst? Warum ist die Auseinandersetzung zwischen Haman und Mordechai viel älter als in unserer Geschichte? Welche Rolle spielt die Zeit? Welche Rolle spielen die Frauen in der Megilla? Warum lesen wir das zehnte Kapitel immer so schnell? Und was bedeutet uns Purim, ein Fest, das nicht in der Tora erwähnt wird?
Wir freuen uns, diese und andere Fragen mit der jüdischen Kantorin und Schauspielerin Chasan Jalda Rebling näher zu betrachten.
11.00 Uhr Gottesdienst zum Buch Esther mit Predigt von Jalda Rebling
anschl. Mittagsimbiss
13.00 Uhr Bibelwerkstatt mit Lernen, Gespräch und Musik
15.30 Uhr Ende
Gendarmenmarkt 5
10117 Berlin