Kann Humor ein Mittel sein, um über Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus aufzuklären? Anhand von vier Kurzfilmen diskutieren wir mit den Regisseuren Arkadij Khaet und Sejad Ademaj sowie dem Politiker David Rosenberg, wie Humor Vorurteile entlarven, Machtverhältnisse hinterfragen und schwierige Gespräche ermöglichen kann.
In dem Drama Masel Tov Cocktail (2020) von Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch schlägt der 16-jährige Jude Dima einen Mitschüler, der einen antijüdischen Witz gemacht hat, zu Boden und wird der Schule verwiesen. Er muss sich bei dem Mitschüler entschuldigen; auf dem Weg zu dieser Begegnung trifft er Menschen, die alle eine Haltung zum Judentum haben.
Die satirische Produktion Das Casting (2022) von Regisseur Willi Kubica zeigt, wie ein Regisseur Darsteller*innen für „fahrendes Volk am Rande der Stadt“ sucht; da die Figuren möglichst „authentisch“ sein sollen, werden zum Casting Sinti*zze und Rom*nja eingeladen. Diese entsprechen aber ganz und gar nicht den antiziganistischen Vorurteilen des Regisseurs.
The Life and Miracles of St. Nicodemus of Tismana des Regisseurs Liviu Bărbulescu ist eine humorvolle Animation von 2023. Sie verbindet auf tragikomische Weise den farbenfrohen visuellen Stil der alten rumänischen Kirchenmalerei mit ausgeschnittener Animation. Das wahre Vermächtnis des Heiligen Nicodemus, die verdrängte Geschichte der Beteiligung der orthodoxen Kirche an der Versklavung von Roma* in Rumänien, kommt allmählich zutage.
Deutsche Sprache, schwere Sprache (2023) ist eine Komödie von Sejad Ademaj: Theo, Sänger einer Nazi-Band, kann nach einem schweren Unfall nur noch Arabisch sprechen. Um auf dem wichtigsten Konzert seines Lebens Deutsch singen zu können, zwingt er den Unfallverursacher Mahmoud dazu, ihm Deutsch beizubringen.
Nach den Filmpräsentationen laden wir zur Diskussion ein. Dabei sind die Filmregisseure und Drehbuchautoren Arkadij Khaet und Sejad Ademaj sowie der Politiker und Aktivist David Rosenberg.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus (Universität Heidelberg) und der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.
Haus der EKD
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