Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für geflüchtete Menschen verändern sich derzeit tiefgreifend. Mit den Änderungen im reformierten Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS), der Verschärfung der europäischen Rückführungspolitik, dem zunehmenden Einsatz von KI in der Migrationsverwaltung sowie dem anhaltenden Druck auf soziale Unterstützungssysteme entstehen neue Fragen für die Praxis.
Dabei ist klar: Die Rechte geflüchteter Menschen sind nicht verhandelbar – auch dann nicht, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen verändern. Das gilt in besonderer Weise für geflüchtete Menschen mit Behinderungen. Diese Menschen haben Anspruch auf Diskriminierungsschutz, Teilhabe und Autonomie – auch im Asyl- und Aufnahmesystem. Einen zentralen rechtlichen Rahmen hierfür bildet die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK).
Handicap International e. V. und die Evangelische Akademie zu Berlin laden gemeinsam dazu ein, aktuelle politische und rechtliche Entwicklungen einzuordnen, und ihre konkreten Auswirkungen auf geflüchtete Menschen mit Behinderungen zu diskutieren. Zugleich gilt es, danach zu fragen, wo Handlungsspielräume bestehen, wie sie genutzt werden können und welche Akteur:innen nötig sind, damit aus Rechthaben auch tatsächlich Rechtbekommen wird.
Auszüge aus dem Programm:
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Keynote von Nujeen Mustafa, Aktivistin und Selbstvertreterin
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„Recht haben, Recht bekommen?“ – Podiumsdiskussion zur Durchsetzung der Rechte geflüchteter Menschen mit Behinderungen in Zeiten politischer Veränderung
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Inklusion und Diskriminierungsschutz im Asylverfahren – zur Schutzgewährung im Einklang mit der UN-BRK
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Workshops zu aktuellen Fragen aus Beratung und Praxis, darunter GEAS, die EU-Rückführungsverordnung, Leistungen nach dem AsylbLG und die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Herkunftsländern
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„Wenn Daten über Schutz entscheiden“ – Abschlussdiskussion zu KI, sensiblen Daten und dem Schutz der Rechte geflüchteter Menschen mit Behinderungen
Die Konferenz bringt Fachakteur:innen, Vertreter:innen aus Verwaltung und Politik, Berater:innen sowie Selbstvertreter:innen zusammen und schafft Raum für unterschiedliche Perspektiven an der Schnittstelle von Flucht, Migration und Behinderung.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den gemeinsamen Austausch. Leiten Sie die Einladung gerne auch an interessierte Kolleg*innen und Netzwerke weiter. Bei Fragen zum Programm wenden Sie sich bitte an veranstaltungen@deutschland.hi.org.
Handicap International/Humanity & Inclusion (HI) ist eine gemeinnützige Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, die in rund 60 Ländern aktiv ist. Sie setzt sich für eine solidarische und inklusive Welt ein. Sie verbessert langfristig die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung und unterstützen diejenigen, die besonderen Schutz benötigen. Außerdem arbeitet HI für eine Welt ohne Minen und Streubomben sowie für den Schutz der Zivilbevölkerung im Krieg. HI ist Co-Preisträgerin des Friedensnobelpreises von 1997. Handicap International e. V. ist der deutsche Verein von HI.
Crossroads ist der Arbeitsbereich von Handicap International e. V. für Projekte, um die Teilhabe Geflüchteter mit Behinderung zu verbessern.
9:00 Uhr Anmeldung und Kaffee
10:00 Uhr Eröffnung
Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International
10:15 Uhr Rahmenmoderation und Einführung in den Tag
Dr. Max Oliver Schmidt, Studienleiter Migration und Europa, Evangelische Akademie zu Berlin
10:30 Uhr Keynote I: Vom Recht zur Realität – was sich für geflüchtete Menschen mit Behinderungen ändern muss
Nujeen Mustafa, Aktivistin und Selbstvertreterin
11:00 Uhr Recht haben, Recht bekommen? Durchsetzung der Rechte geflüchteter Menschen mit Behinderungen in Zeiten politischer Veränderung
Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin, Lebenshilfe Bundesverband (angefragt)
Nizaqete Bislimi-Hošo, Rechtsanwältin für Migrations- und Asylrecht und Vorsitzende des Bundes Roma Verbandes (angefragt)
Nujeen Mustafa, Aktivistin und Selbstvertreterin
Sultana Sediqi, Mitgründerin von MigraFem und Jugendliche ohne Grenzen Thüringen (angefragt)
Moderation: Pia Lotta Storf, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Internationales Öffentliches Recht und Internationalen Menschenrechtsschutz, Universität Münster (angefragt)
12:00 Uhr Mittagspause
13:05 Uhr Keynote II: Inklusion und Diskriminierungsschutz im Asylverfahren – Die UN-BRK bei der Schutzgewährung durchsetzen
Sophia Eckert, LL. M.
14:00 – 15:30 Uhr parallele Workshops:
1: Empowerment ermöglichen:
Erfahrungen aus drei Jahren Projektpraxis an der Schnittstelle von Flucht und Behinderung
2: Erfahrungsaustausch für Sozialberatende:
Geling-Bedingungen für die Ermessensentscheidungen des AsylbLGs aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht (30 Teilnehmende)
3: Menschenrechtliche Spielräume bei der Umsetzung der GEAS-Reform auf Landesebene
4: Deutsche und europäische Rückführungspolitik, die neue EU-Rückführungs-Verordnung und Auswirkungen auf Menschen mit Behinderungen
5: Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Barrieren?
Die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in Syrien, Afghanistan und Irak und ihre Bewertung im Asylverfahren (Arbeitssprache Englisch)
15:30 Uhr Kaffee
16:00 Uhr Wenn Daten über Schutz entscheiden:
KI, sensible Daten und der Schutz der Rechte geflüchteter Menschen mit Behinderungen
N.N., GFF (angefragt)
Anna Biselli, Co-Chefredakteurin, netzpolitik.org
N.N.
Moderation: Jessica Schröder
16:45 Uhr Wrap-Up
17:00 Uhr Ende der Veranstaltung
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 1.11.2026.
Französische Friedrichstadtkirche
Gendarmenmarkt 5
10117 Berlin