Hilfe und Widerstand
epd-Dokumentation der Tagung zum 50. Todestag von Heinrich Grüber

© Bundesarchiv, Bild 183-26539-0001 / Wlocka / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv Bild 183-26539-0001, Weimar, 7. CDU-Parteitag, CC BY-SA 3.0 DE
Der evangelische Pfarrer Heinrich Grüber setzte sich während der NS-Diktatur aus seinem christlichen Glauben heraus tatkräftig gegen das staatlich organisierte Unrecht ein und half insbesondere verfolgten Christinnen und Christen jüdischer Herkunft: Von 1938 an leitete er eine Hilfsorganisation, die Verfolgte aus sogenannten „Mischehen“ – Ehen zwischen jüdischen und jüdischen Menschen – vor allem bei der Flucht aus Deutschland unterstützte.
Gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden im „Büro Grüber“ bot er damit als einer von Wenigen auch innerhalb der Bekennenden Kirche konkrete Hilfe für Menschen, die unter die Nürnberger Gesetze fielen und deshalb rassistisch verfolgt wurden. 1940 wurde Grüber deshalb verhaftet und bis 1943 in die Konzentrationslager Dachau und Sachsenhausen deportiert. Nach dem Krieg setzte er sich – nun als Propst der Berliner Pfarrbezirke St. Marien und St. Nikolai – weiter für Versöhnung und Menschenrechte ein und war an der Entstehung der Evangelischen Kirche in Deutschland beteiligt.
Aus Anlass des 50. Todestages von Heinrich Grüber am 29. November 2025 lud die Evangelische Akademie zu Berlin in Kooperation mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, dem Förderverein der Gedenkstätte Sachsenhausen und der Stiftung Büro Pfarrer Grüber zu einer Tagung ein. Unter dem Titel „Hilfe und Widerstand“ zeichneten Experten und Expertinnen aus verschiedenen Disziplinen wichtige Elemente von Grübers vielfältigem widerständigem Leben nach und würdigten seine Bedeutung auch für die heutige Zeit
Ausgewählte Beiträge dieser Tagung sind nun als epd-Dokumentation Nr. 16/2026 erschienen. Die Beiträge zeigen Grübers Relevanz in einer Gegenwart auf, in der die Demokratie wieder gefährdet ist und Antisemitismus sowie gruppenbezogener Hass erstarken.
Eine Herausforderung für jede Generation
Die Vielfalt der Beiträge spiegelt die Vielschichtigkeit der Person Heinrich Grüber wider. Historische Analysen, theologische Reflexionen und persönliche Annäherungen treten miteinander in einen Dialog. Dabei wird deutlich: Grüber war nicht nur eine Figur der Zeitgeschichte, sondern eine Herausforderung für jede Generation, die sich selbstkritisch mit Fragen von Verantwortung, Glauben und Zivilcourage auseinandersetzt.
Die Autorinnen und Autoren eröffnen Einblicke in die Struktur und Wirkung des „Büros Grüber“ sowie in die kirchen- und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge seiner Zeit. Sie fragen nach den geistlichen Quellen seines Handelns und nach der Relevanz seiner Überzeugungen für heutige kirchliche Praxis.
Einen Sonderdruck der epd-Dokumentation Nr. 16/2026 können Sie gegen eine Spende bei uns bestellen. Diese und weitere epd-Dokumentationen zu ausgewählten Veranstaltungen der Akademie erhalten Sie außerdem kostenpflichtig direkt beim Evangelischen Pressedienst (epd).
Erschienen am 14.04.2026
Aktualisiert am 14.04.2026


