Antisemitismus und Protestantismus
Neuauflage der Broschüre mit „Impulsen zur Selbstbetrachtung“

© EAD e.V. / Alice Socal
Die Auseinandersetzungen rund um die Themen Nahostkonflikt, Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus lassen viele Menschen ratlos zurück: Zunehmend verhärtete Positionen scheinen jedes Gespräch unmöglich zu machen. Daher haben die Evangelischen Akademien in Deutschland e.V. (EAD) die Broschüre „Antisemitismus und Protestantismus“ aus dem Jahr 2019 aktualisiert.
Offener Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden gehören auch in Deutschland wieder zum Alltag. Gleichzeitig verengt sich politisch und medial der Blick auf einen „Antisemitismus der Anderen“, vor allem der Muslim:innen und in der politischen Linken. Verstrickungen der sogenannten Mitte der Gesellschaft – und auch von Christ:innen und den Kirchen – werden seltener reflektiert.
Evangelische Akademien verstehen sich als Orte, an denen unterschiedliche Interessen, Widersprüche, ungleiche Machtpositionen und plurale Identitäten formuliert und verhandelt werden können. Dieser Anspruch wird bei den Themen Nahostkonflikt, Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus zunehmend schwieriger einzulösen. Das Leid der Zivilbevölkerung im Gazastreifen bewegt viele Menschen. Kritik an der israelischen Kriegsführung ist legitim, doch schlägt sie vielfach in antisemitische Muster um. Es dominieren einseitige Schuldzuweisungen, teils verbunden mit antisemitischen Narrativen, deren Muster sich seit Jahrhunderten wiederholen. Die Verhärtungen in der Auseinandersetzung lassen viele Menschen ratlos zurück: Die Positionen stehen sich diametral gegenüber und scheinen jedes Gespräch unmöglich zu machen.
Vor diesem Hintergrund hat haben die Evangelischen Akademien in Deutschland e.V. (EAD) die Broschüre „Antisemitismus und Protestantismus“ aus dem Jahr 2019 aktualisiert. Die Neuauflage enthält neben einem neuen Vorwort einige behutsame Aktualisierungen sowie Hinweise auf Projekte und Materialien von Evangelischen Akademien. Ausgehend von einem selbstreflexiven Ansatz mit dem Thema Antisemitismus möchte sie eine Diskurskultur befördern, die Verhärtungen aufweicht und Empathie ermöglicht. Für die Evangelische Akademie zu Berlin hatte Studienleiter Christian Staffa an der Publikation mitgewirkt.
„Mit der Neuauflage möchten wir Evangelische Akademien und andere Akteur:innen ermutigen, vor polarisierten Debatten nicht zurückzuschrecken, sondern sich in ihrer Bildungs- und Diskursarbeit gegen den erstarkenden Antisemitismus zu engagieren“, sagt Hanna Lorenzen, Generalsekretärin der EAD.
Erschienen am 19.10.2026
Aktualisiert am 19.10.2026





