Brief an Berlin | Junge Erwachsene drehen Kurzfilm über ihr Leben in der Stadt

Brief an Berlin

Junge Erwachsene drehen Kurzfilm über ihr Leben in der Stadt

Zwei Jugendliche tanzen in einem Hinterhof mit Graffiti auf einer Tonne und einem Einkaufswagen

© Mariia Patriichuk

Drei Monate lang hat sich eine Gruppe junger Berliner:innen zu mehreren Workshops und Exkursionen getroffen, um einen eigenen Film über ihr ganz persönliches Berlin zu erarbeiten. Die Teilnehmenden beschäftigten sich dabei mit ihren Gefühlen zur Stadt und übersetzten diese in filmische Bilder. Dabei arbeiteten sie assoziativ und metaphorisch und setzen sich selbst und Andere auf kreative Art und Weise in Bezug zu verschiedenen städtischen Räumen. Um einen eigenen Blick auf die Stadt zu entwickeln, wurden die Teilnehmenden eingeladen, mit ihren Smartphones anhand von Leitfragen ein Videotagebuch zu führen. 

Empfohlener externer Inhalt: YouTube-Video

Zwei Exkursionen führten die Teilnehmenden zu Orten, an denen Stadtgeschichte und -gestaltung sowie Konflikte um städtischen Raum greifbar werden. In den Dialogen mit einer Vielzahl an Stadtgestalter:innen erprobten sie Interviewtechniken und waren nicht nur Zuhörerende, sondern erkundeten aktiv die Räume und Geschichten der Gesprächspartner:innen. Exkursionen führten die Gruppe etwa in die „Kunstfabrik“ an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze mitten in Kreuzberg, zur Fotoausstellung einer lokalen Initiative und auf den Fernsehturm. 

In den Gesprächen ging es auch um die Frage nach Räumen, die den jungen Erwachsenen Rückzugs- und Entfaltungsort sind in der Stadt – und darum, wo sie Barrieren erleben und sich ausgeschlossen fühlen. Besonders greifbar wurde die Frage aus dem Projekttitel „Wem gehört die Stadt?“ beim Besuch des Tempelhofer Feldes und im Gespräch mit Aktivist:innen, die sich rund um den Erhalt dieser Freifläche engagieren. Denn hier wurde deutlich: Die Frage, wie ein Ort genutzt wird, kann umstritten und hoch politisiert sein, und nicht alle haben gleiches Mitspracherecht. 

In weiteren Workshops experimentierten die jungen Teilnehmenden mit Räumen und mit dem Ausdruck von Gefühlen zur Stadt. Zuletzt entstand ein Text, der diesen Gefühlen eine Stimme gab in Form sehr unterschiedlicher Liebesbriefe an Berlin. 

Bei der öffentlichen Premiere im Rahmen des Kongresses Jugend findet Stadt erwies sich die assoziative, poetische Stimmung des Films als guter Ausgangspunkt, um mit Politiker:innen und anderen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen – nicht als homogene Interessengruppe der „jungen Menschen“, sondern als Akteure, die an das Verspielte und Vielseitige im Leben erinnern. Damit gelang es, stark zu machen, wie wichtig es ist, als Stadtgesellschaft Freiräume zur Selbstverwirklichung und zum Ausprobieren offen zu halten.  

Das Filmprojekt wurde von der Werkstatt TROTZDEM! der Evangelischen Akademie zu Berlin gemeinsam mit der Evangelischen Jugendbildungsstätte Haus Kreisau Berlin entwickelt und umgesetzt. Es fand im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung statt und wurde vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Trotzdem! Die Werkstatt der Evangelischen Akademie zu Berlin.

TROTZDEM!

Die Werkstatt der Evangelischen Akademie zu Berlin

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Dr. Hannah Schilling 2021

Dr. Hannah Schilling

Studienleiterin gesellschaftspolitische Jugendbildung

Telefon (030) 203 55 - 311

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