Einladung zum Nachdenken
Warum die EKD-Friedensdenkschrift keine einfachen Antworten liefert

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Warum liefert die EKD-Friedensdenkschrift keine einfachen Antworten? In einem Erklärvideo der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt Akademiedirektorin Friederike Krippner Einblicke in die Diskussionen und Abwägungen, die den Entstehungsprozess des Grundsatzpapiers geprägt haben. Krippner hatte gemeinsam mit dem Theologen Reiner Anselm das Redaktionsteam der Denkschrift geleitet.
Friedensethik muss sich mit den politischen Realitäten einer komplexen und oft widersprüchlichen Welt auseinandersetzen. Die Denkschrift, die die EKD im vergangenen Herbst veröffentlichte, will dazu Orientierung für eigenständige, friedensethisch fundierte Entscheidungen bieten.
Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven haben an der Denkschrift mitgewirkt. Gemeinsam berieten sie darüber, wie christliche Friedensethik auf die Herausforderungen einer von Kriegen, Gewalt und Unsicherheit geprägten Welt reagieren kann. Dabei wurde deutlich: Friedensethische Urteile entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern müssen sich mit konkreten politischen Wirklichkeiten auseinandersetzen.
Die Friedensdenkschrift als Kompass
Ein typisches Beispiel: Der christliche Glaube auf Gewaltfreiheit. Zugleich gehört zur Nächstenliebe auch die Verantwortung, Menschen vor Gewalt und Unrecht zu schützen. Wie lassen sich diese beiden Grundsätze miteinander verbinden? Die Denkschrift greift diese Spannungen auf und diskutiert die schwierigen Fragen, die sich angesichts von Krieg und bewaffneten Konflikten stellen. Sie macht deutlich, dass christliche Friedensethik oft zwischen unterschiedlichen Gütern abwägen muss.
Die Friedensdenkschrift der EKD versteht sich als Einladung zum reflektierten Nachdenken. Sie will Orientierung geben für den Umgang mit Fragen von Frieden, Sicherheit und Verantwortung – ohne fertige Lösungen vorzugeben. Gerade in einer Zeit, in der friedensethische Entscheidungen selten eindeutig sind, kann sie als Kompass für Kirche, Gesellschaft und Politik dienen.
Erschienen am 09.06.2026
Aktualisiert am 09.06.2026




