Öffentliche Räume als Orte politischen Lernens
Fachbeitrag von Studienleiterin Hannah Schilling

© Öffentlicher oder privater Raum? | © Hannah Schilling
Öffentlicher Raum kann für politische Bildung mehr als nur Kulisse sein: In Straßen, Plätzen, Parks, Dörfern und Quartieren verdichten sich Konflikte um soziale Ordnung, politische Teilhabe, Sichtbarkeit, Repräsentation und Zugehörigkeit. In einem Beitrag für die Fachzeitschrift POLIS geht Hannah Schilling, Studienleiterin für gesellschaftspolitische Jugendbildung, den Fragen nach, für wen öffentliche Räume in der Stadt gestaltet werden und wer darüber mitbestimmen kann.
Unter dem Titelthema „Stadt. Land. Raum“ erörtern in der Ausgabe 1/26 der Zeitschrift – die zugleich als Report der Deutschen Vereinigung für politische Bildung fungiert – verschiedene Fachautorinnen und -autoren, wie solche Aushandlungen für Schule und außerschulische Bildung didaktisch erschlossen werden können.
In ihrem Beitrag zeigt Schilling, wie sich an Beispielen wie dem Marktplatz als gängigem Sinnbild eines öffentlichen Raumes problematisieren lässt, welche impliziten Zugangsregelungen oder privatwirtschaftlichen Nutzungen tatsächlich längst wirksam sind. Ausgehend vom Begriff der Öffentlichkeit und seiner normativen Aufladung ließen sich so auch Fragen der Repräsentation und ihrer Aushandlungsprozesse diskutieren.
„In Bildungsangeboten öffentliche Räume zu erkunden und dabei zu beobachten, wo Politiken der Repräsentation auf konkrete, alltägliche Raumpraktiken treffen, ist ein spannender Ausgangspunkt für die Frage, welche Gruppen in Gesellschaften sichtbar werden und als legitime Mitglieder der Gemeinschaft angesehen erden – und welche nicht“, führt Schilling aus. Der öffentliche Raum eigne sich als Lernort, weil hier abstrakte Begriffe wie Repräsentation, Macht und Teilhabe lebendig und greifbar würden: „Wenn wir uns als Lernende mit unseren Körpern in den Alltag der Stadt begeben, können wir eigene Selbstverständlichkeiten hinterfragen und den eigenen Alltag mit gewisser Distanz und reflexivem Blick neu erkennen.“
Erschienen am 30.04.2026
Aktualisiert am 30.04.2026




