Plädoyer für starken Flüchtlingsschutz

Plädoyer für starken Flüchtlingsschutz

Symposium betont Bedeutung der Genfer Flüchtlingskonvention

Innenaufnahme der Französischen Friedrichstadtkirche mit vollen Sitzreihen und einem Podium

© Dreyer/EAzB | Podium beim 26. Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz

Beim 26. Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz hat die deutsche Vertretertin des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge vor weiteren Härten der Asylpolitik in Deutschland und Europa gewarnt. Diese könnten den Schutz von Flüchtlingen aushöhlen, sagte Katharina Thote. "Wer Steuerung will, muss Schutzsysteme stärken", betonte sie mit Blick auf das Versprechen der Bundesregierung, Migration stärker zu kontrollieren. Zugleich forderte sie mehr Mittel für die humanitäre Hilfe.

Der Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR) selbst, Barham Salih, betonte in einem Video-Grußwort die Bedeutung der Genfer Fllüchtlingskonvention als verbindlicher Rechtsrahmen zum Schutz von Menschen auf der Flucht. 

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Verantwortung teilen, nicht auslagern

Mit Blick auf die politisch zugespitzte Asyldebatte in Europa sagte seine deutsche Rpräsentantin Thote, weniger Schutzsuchende in Europa bedeuteten nicht weniger Schutzsuchende in der Welt. Zwei Drittel der Flüchtlinge weltweit lebten in den Nachbarländern ihrer Herkunftsstaaten. Humanitäre Hilfe mache das praktisch möglich. Würden Flüchtlinge durch eine Verschlechterung der Situation noch stärker gefährdet, könne dies dazu führen, dass sie sich auf den Weg in andere Regionen machen.

Die UNHCR-Vertreterin forderte eine "echte Verantwortungsteilung" im globalen Flüchtlingsschutz. Dies umfasse die Unterstützung von Erstaufnahmeländern und Schutz entlang der Flüchtlingsrouten. Dazu gehörten zudem Resettlement und andere sichere Zugangswege, nicht aber "die Auslagerung der Verantwortung in Drittländer", sagte Thote. Mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, wollen konkrete Verhandlungen mit Drittstaaten über die Abschiebung von Flüchtlingen führen.

Memorandum für einen starken Flüchtlingsschutz

Wiebke Judith von Pro Asyl und Katharina Voss von der Diakonie Deutschland stellten im Rahmen des Symsposium das Memorandum für einen starken Flüchtlingsschutz vor, das inzwischen mehr als 300 Organisationen und Verbände unterzeichnet haben. Unter dem Titel „Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt“ setzen sich damit Brot für die Welt, Amnesty International, die Evangelische Kirche in Deutschland, der AWO-Bundesverband, der Paritätische Gesamtverband, Misereor, die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen und viele weitere gemeinsam für einen Flüchtlingsschutz ein, der von Solidarität, Respekt im Umgang miteinander und von der Bereitschaft getragen ist, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen.

Die Evangelische Akademie zu Berlin richtet das Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz in Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Partnern wie UNHCR Deutschland, dem Deutschen Roten Kreuz, Diakonie und Caritas, Pro Asyl, dem AWO-Bundesverband, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie dem Büro der Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland veranstaltet. Zum 26. Mal diskutieren bei dem Treffen Mitarbeitende aus der Flüchtlingsarbeit sowie Expertinnen und Experten über aktuelle Themen der deutschen und europäischen Asylpolitik.

(Bericht: epd/EAzB)

Betonmauer an einem Gewässer mit einem Graffito: Refugees Welcome

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2026 22-23 Jun

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Dr. Max Oliver Schmidt

Studienleiter Migration und Europa

Telefon (030) 203 55 - 588

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