Staffa in Kommission zu Unrecht an Sinti und Roma berufen

Berufung in Kommission zu Unrecht an Sinti und Roma

Gremium soll Unrecht nach 1945 aufarbeiten

© EAzB / Karin Baumann

Unser Studienleiter Christian Staffa ist in die Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR nach 1945 berufen worden. Der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Michael Brand, gab die Mitglieder der Kommission am 2. Oktober bekannt. Am 3. November soll die Kommission in Berlin erstmals zusammenkommen.

„Mit der Berufung der Mitglieder ist ein entscheidender weiterer Schritt zur Aufarbeitung des Unrechts auch nach 1945 getan“, erklärte Brand. „Es ist überfällig, dieses Kapitel der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte systematisch aufzuarbeiten.“ Die Kommission sei zu gleichen Teilen aus Angehörigen der Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft zusammengesetzt, um die Einbringung der ganzen Breite an Erfahrung, Wissen und Perspektiven zu ermöglichen. 

Erfahrungen von Unrecht sichtbar machen

Die Kommission soll eng mit der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft (EVZ) zusammenarbeiten. Deren Vorstandsvorsitzende Andrea Despot erklärte, die Aufarbeitung des Unrechts, das Sinti und Roma nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR erfuhren, sei „nicht allein eine historische Aufgabe, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung.“ Es gehe darum, Erfahrungen von Unrecht sichtbar zu machen, bestehende Wissenslücken zu schließen und daraus Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft zu ziehen. 

Inhaltlich knüpft die Kommission an die Arbeit der Unabhängigen Kommission Antiziganismus an, die in ihrem Abschlussbericht von 2021 unter anderem weitere Bemühungen zur Aufarbeitung der „zweiten Verfolgung“ an Sinti und Roma nach dem Völkermord in der Zeit des Nationalsozialismus empfohlen hatte.

Netzwerk Sinti Roma Kirchen

Christian Staffa treibt die Auseinandersetzung mit Antiziganismus im Raum von Kirche und Diakonie seit vielen Jahren als Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche sowie als Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für den Kampf gegen Antisemitismus voran. Diese Bemühungen finden insbesondere im Rahmen des Netzwerks Sinti Roma Kirchen statt, in dem seit 2017 engagierte Menschen aus der Minderheit und den Kirchen zusammenarbeiten, um gleichberechtigte Teilhabe voranzutreiben. Ein Meilenstein in dieser Hinsicht war im Januar 2023 die Erklärung des Rates der EKD zur Bekämpfung von Antiziganismus.

Die Verantwortung der Kirchen für Unrecht, das Sinti und Roma auch nach 1945 noch erlitten, sowie die ambivalente Rolle kirchlicher Sozialarbeit in diesem Zusammenhang waren auch schon mehrfach Thema bei den Jahrestagungen des Netzwerks Sinti Roma Kirchen. Beiträge dieser Tagungen sind in mehreren epd-Dokumentationen nachzulesen.

Gemeinsam Denken

epd-Dokumentation zur Jahrestagung des Netzwerks Sinti Roma Kirchen

Die Jahrestagung 2025 des Netzwerks Sinti Roma Kirchen hat thematisch unmittelbar an die Arbeit der Vorjahre angeknüpft: Einen Schwerpunkt bildete die kirchliche Verantwortung für die Aufarbeitung des Unrechts, das Sinti* und Roma* nach 1945 erlitten. Ebenso erörterten die Teilnehmenden …

Kirchliche (Mild-)Tätigkeit als Herrschaftsform

Dokumentation zum Umgang mit Sinti und Roma nach 1945

Kirchliche Sozialarbeit im Blick auf Sinti* und Roma* stand im Mittelpunkt der Jahrestagung des Netzwerks Sinti Roma Kirchen im September 2024. Das bereits im Jahr zuvor diskutierte Thema wurde dabei zugespitzt auf die Frage, welche Rolle kirchliche (Mild-)Tätigkeit als Herrschaftsform gegen Sinti …

Zwischen Paternalismus und Partizipation

epd-Dokumentation zu Sinti und Roma in kirchlicher Sozialarbeit

Sozialarbeit ist ein bedeutendes Handlungsfeld, in dem Sinti und Roma, Sinti*zze und Rom*nja mit kirchlichen Institutionen als Bündnispartnern im Kampf gegen Ausgrenzung und für gleichberechtigte Teilhabe in Berührung kommen. Sie ist aber auch ein Brennpunkt, in dem sie Verfolgung, Diskriminierung …

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Dr. Christian Staffa

Studienleiter Demokratische Kultur und Kirche, Beauftragter der EKD für den Kampf gegen Antisemitismus

Telefon (030) 203 55 - 411

Jakob Mirwald

Projektleiter Netzwerk Sinti Roma Kirchen, Kooperationsverbund gegen Antiziganismus

Telefon (030) 203 55 - 583

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