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Heimat im 21. Jahrhundert

 
 

Tagung

Heimat im 21. Jahrhundert

Lebensraum, Identifikation und Utopie

Tagungsnummer
15/2010
07. - 09. Mai 2010
17:00 - 13:30 Uhr
Inhalt:

Leitung

Dr. Rüdiger Sachau / Simone Ehm

Organisation

Kerstin Koschinski

 
(030) 203 55 - 507

Aufgrund zunehmender Flexibilisierung und Globalisierung der Lebens- und Arbeitswelten in westlichen Industrienationen gewinnen Fragen der Zugehörigkeit und des Angenommenseins neue Bedeutung. Damit verbinden viele ihre Vorstellung von Heimat. Während das Heimatverständnis ursprünglich an Grund und Boden gebundenen war, verliert diese Dimension von Heimat heute zunehmend an Bedeutung. Damit wird die soziale Komponente zwar brüchiger, zugleich aber auch deutlicher und wichtiger.


Zudem ist zu beobachten, dass Heimat im Vergleich zu früher immer wieder von jedem Einzelnen konstruiert werden muss. Was aber sind die Voraussetzungen, sich unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts zu beheimaten?


Heimat scheint vor allem die vertraute soziale Lebenswelt zu bezeichnen, die aufgrund moderner Kommunikationssysteme immer weniger lokaler Begrenzung unterliegt. Sie kann durch das Internet ermöglicht werden, wo sich eine Community ihre eigene vertraute Welt schafft. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Menschen auch ihren örtlichen Nahbereich als entscheidende Komponente von Heimat begreifen. Auffällig ist die Reduktion des Heimatbegriffs auf die räumliche Dimension sowie die Instrumentalisierung des Heimatbegriffs z. B. im rechtsradikalen Gedankengut. Zudem können Zeit, kulturelle Tradition und individuelle Lebensgeschichte Dimensionen von Heimat sein. Manche begeben sich auch auf die Suche nach einer Heimat, die eher ein utopisches Konstrukt ist.


Wir wollen auf der Tagung die vielfältigen Aspekte von Heimat sichtbar machen und aufzeigen, wie Beheimatung für den Einzelnen aussehen kann. Und wir wollen fragen, was in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen beigetragen werden kann, um Menschen mit ihren individuellen Vorstellungen von Heimat und unterschiedlichen Lebensformen gerecht zu werden. An Beispielen zeigen wir, wie der Funktionalisierung des Heimatbegriffs begegnet werden kann und wie sich Heimat aneignen lässt, ohne dass dieses gegen das jeweils Fremde gewendet wird.


Dr. Rüdiger Sachau

Simone Ehm

Evangelische Akademie zu Berlin


Prof. Dr. Beate Mitzscherlich

Westsächsische Hochschule, Zwickau

Programm:

Freitag, 07. Mai 2010


17.00 Uhr Anmeldung / Begrüßungskaffee


17.45 Uhr Einführung


18.00 Uhr Was ist Heimat heute?

Eine psychologische Perspektive

Prof. Dr. Beate Mitzscherlich,

Pflegeforschung, Westsächsische Hochschule, Zwickau


20.00 Uhr Abendessen


21.00 Uhr Heim[at]freuN.de

Ein Film von Carolyn Zeck & Stefanie Müller


Den Dokumentarfilm Heim[at]freuN.de können Sie zum Preis von 10€ (zzgl. 3€ Versandkosten) käuflich erwerben. Hierfür bitten wir Sie unter folgender Emailadresse direkt Kontakt mit Carolyn Zeck aufzunehmen: carolyn_zeck@yahoo.de


Anschließend Gespräche


Ende gegen 22.00 Uhr


Samstag, 08. Mai 2010


ab 7.30 Uhr Frühstück (nur für Übernachtungsgäste)


I. HEIMATGEWINN


9.00 Uhr Heimat und Kindheit

Unterwegs mit dem britischen Dichter

Ted Hughes (1930-98)

Dr. Martin Knechtges,

Philosoph und Wissenschaftlicher Referent an der Katholischen Akademie Berlin,

Herausgeber FUGE -- Journal für Religion und Moderne


10.00 Uhr Kaffeepause


10.30 Uhr Heimat im Lebensrückblick

Bedeutung von Heimat im Alter

Louis-Ferdinand von Zobeltitz,

Pastor i. R. Bremische Evangelische Kirche, Mitglied der EKD-Kommission

„Im Alter neu werden“


11.30 Uhr Heimat als Lebenserfahrung

Arbeitsgruppen


13.00 Uhr Mittagessen


II. HEIMATSUCHE


14.30 Uhr Interkulturelle Heimatfindung

Migration und die Kunst ein Zuhause zu haben

Prof. Dr. Thomas Eppenstein,

Interkulturelle Pädagogik / Migration und soziale Arbeit, Ev. Fachhochschule in

Rheinland-Westfalen-Lippe, Bochum


15.30 Uhr Pause


16.00 Uhr Heimat und Rechtsextremismus

Günther Hoffmann, Verein demokratisches Ostvorpommern


16.45 Uhr Gegenentwürfe zum rechtsextremistischen Heimatverständnis

Beispiele aus der Praxis der Bundeszentrale für politische Bildung


Forum A: Anklam

Heimat und Identität: Zwischen rechter Ideologie und demokratischer Neuorientierung

Günther Hoffmann, Verein demokratisches Ostvorpommern

Annett Freier, Bildungsprojekt zu Entwicklung demokratischer Kultur in der Modellregion Ostvorpommern


Forum B: Niederlausitz

Sorbisch modern - Wie entsteht regionale Identität?

Dr. Christian Pfeffer-Hoffmann, Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft, Berlin


18.30 Uhr Abendbrot


19.30 Uhr Fremd im eigenen Land?

Heimat nach politischem Umbruch

Inga Haese, Hamburger Institut für Sozialforschung

Susanne Lantermann, Gesellschaftswissenschaften, Universität Kassel


anschließend Gespräche


Ende gegen 21.00 Uhr


Sonntag, 09. Mai 2010


ab 7.30 Uhr Frühstück (nur für Übernachtungsgäste)


III. HEIMAT ALS UTOPIE


9.00 Uhr „Unsere Heimat ist im Himmel“ (Phil. 3,20)

Vom Pilgern, der Fremdheit und der Sehnsucht

Dr. Rüdiger Sachau


10.00 Uhr Kaffeepause


10.30 Uhr Leben als Projekt

Mobilität und Postmobilität

Prof. Dr. Rolf Schieder, Lehrstuhl für Praktische Theologie / Religionspädagogik,

Humboldt-Universität zu Berlin


Im Gespräch:

Dr. Malgorzata Mazurek, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

(Berlin / Warschau)


Anna Georgia Takoh, Humboldt-Universität Berlin, Vorsitzende AIESEC Deutschland

(Berlin / Kamerun)


12.30 Uhr Mittagessen


13.30 Uhr Ende der Tagung

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