Reformator, Ketzer, Judenfeind

Abendforum

Reformator, Ketzer, Judenfeind

Jüdische Perspektiven auf Martin Luther

Tagungsnr.
24A/2015
Von: 10.06.2015 18:00
Bis: 10.06.2015 21:00
Französische Friedrichstadtkirche

Inhalt

Die Auseinandersetzung um die Positionen Luthers zu Juden und Judentum werden in der Regel im Protestantismus intern geführt - manchmal begierig aufgenommen durch säkulare Medien. Dabei wird Luther als Wegbereiter des modernen Antisemitismus beschrieben, als Kind seiner Zeit oder als unzeitgemäß den Juden Wohlgesonnener. Daneben gibt es Stimmen, die diese Debatte für völlig überflüssig halten. Diese Tagung bietet die seltene Gelegenheit, jüdische Perspektiven von damals und heute dazu wahrzunehmen und in einem jüdisch-christlichen Gespräch zu diskutieren.



In Anbetracht der derzeitigen Reformationsdekade finden zahlreiche Veranstaltungen zur Würdigung von Martin Luthers Wirken und dessen Einfluss auf theologische Überzeugungen, politische Denkweisen und gesellschaftliche Entwicklungen in der frühen Neuzeit und der Moderne statt. Bezüglich der Einschätzung der Denk- und Handlungsmuster Luthers gegenüber den Juden gab und gibt es sowohl in der Forschungs- als auch in der Wirkungsgeschichte im deutschen Protestantismus eine Vielzahl von Lesarten. Während die einen Luther als Kind seiner Zeit vom Vorwurf des Antisemitismus freisprechen, sehen die anderen in Luthers judenfeindlichen Schriften eine Vorlage für die ideologische Verfestigung des modernen politischen Antisemitismus und verfolgen seine Unheilsspuren bis in die Gegenwart.


Die Tagung nimmt die jüdische Rezeptionsgeschichte Luthers in den Blick und ergründet die Motive, die Juden - je nach zeitgeschichtlichem Kontext - dazu veranlassten, Luthers Person und Werk unterschiedlich zu bewerten. Neben der Frage, ob Luthers Antijudaismus als ‚Geburtsfehler‘ des Protestantismus zu betrachten ist, wird es in den Debatten immer wieder darum gehen, wie Luthers schillerndes Erbe im Licht des erneuerten christlich-jüdischen Verhältnisses einzuordnen ist.


Sabena Donath

Zentralrat der Juden in Deutschland


Prof. Dr. Doron Kiesel

Zentralrat der Juden in Deutschland


Dr. Christian Staffa

Evangelische Akademie zu Berlin

Programm

Mittwoch, den 10. Juni 2015


Mittwoch, den 10.Juni 2015


18.00 Uhr Anmeldung und kulinarische Stärkung


19.00 Uhr Französischer Dom, Berlin


Begrüßung und Einführung in die Tagung:

Prof. Dr. Doron Kiesel, Zentralrat der Juden

in Deutschland


Dr. Christian Staffa, Ev. Akademie zu Berlin


Zur Aktualität des Tagungsthemas

Statements von:

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden

in Deutschland


Dr. Nikolaus Schneider, Ehemaliger Ratsvorsitzender

der Ev. Kirche in Deutschland


Einführungsvortrag:

„Unheilsspuren“: Überlegungen zu Luthers

„Judenschriften“ und ihrer Wirkungsgeschichte

Prof. Dr. Christian Wiese, Goethe-Universität,

Frankfurt am Main


anschließend:

Studierende der Theologie und jüdische Studierende

im Gespräch mit

Prof. Dr. Christian Wiese, Goethe-Universität Frankfurt am Main


Die Bedeutung Luthers für das christlich-jüdische

Verhältnis in der Gegenwart

Moderation: Sabena Donath, Zentralrat der Juden in Deutschland


22.00 Uhr Ende der Veranstaltung



Nach Ende der Veranstaltung Shuttle in das Tagungshaus der Ev. Akademie (für Teilnehmer/Innen, die eine Übernachtung im Tagungshaus gebucht haben). Beide Veranstaltungsorte sind einzeln zu buchen, siehe Anmeldeformular.


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Leitung

Dr. Christian Staffa

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche

Telefon (030) 203 55 - 411

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