Norddeutschland, der NSU und rechter Terror

Tagung

Norddeutschland, der NSU und rechter Terror

Ein Hearing zum NSU-Komplex, Rassismus und Justiz

Tagungsnr.
41/2016
Von: 04.11.2016 13:00
Bis: 04.11.2016 20:00
DGB Bildungswerk Hamburg

© Giffey Catering GmbH

Inhalt

Zum 5. Jahrestag der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) rückt das Hearing „Norddeutschland, der NSU und rechter Terror“ eine Region in den Mittelpunkt, die bei allen bisherigen Aufklärungsbemühungen im NSU-Komplex das Schlusslicht bildet. Dabei gibt es in Norddeutschland – Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein – eine lange Kontinuitätslinie rechten und rassistisch motivierten Terrors.


Überlebende, Nebenklagevertreter_innen der Betroffenen und unabhängige Projekte, die Betroffene rechter und rassistischer Gewalt unterstützen, erinnern in den drei Panels des Hearings an die tödliche Dimension rassistischer Gewalt in Norddeutschland und diskutieren über Aufklärungsblockaden im NSU-Komplex, die Praxis der Strafverfolgungsbehörden, die Forderungen der Betroffenen und die Konsequenzen des aktuellen Anstiegs rassistischer und rechter Gewalt.


Die vielen offenen Fragen zu den ungesühnten Morden an zehn Bewohner_innen des Flüchtlingsheims in der Lübecker Hafenstraßen 1996 und nach Unterstützer_innen des NSU-Kerntrios in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern stehen ebenso im Mittelpunkt des Hearings wie die gesellschaftlichen Diskurse, die vor Ort zu einer Entsolidarisierung mit den Betroffenen alltäglicher rechter Gewalt beitragen. Denn man kann über den NSU-Komplex, und rechten Terror nicht reden, ohne die in Norddeutschland fest verankerten neonazistischen Netzwerke sowie institutionellen Rassismus und dessen Auswirkungen zu untersuchen.


Und nicht zuletzt wird die Frage zur Diskussion stehen, wieviel öffentlichen Druck und welche Anstrengungen und Initiativen es bedarf, um die Aufklärungsblockade nicht alleine im NSU-Komplex zu überwinden.



Die Veranstaltung wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Programm

13:00 Uhr Anmeldung


13:30 Uhr Begrüßung und Grußwort: Dr. Christian Staffa (Evangelische Akademie zu Berlin und Sprecher_innenrat der BAG K+R) und eine Vertreter_in der Nordkirche.


14:00 Uhr

Panel I: Kontinuitäten rechten und rassistischen Terrors in Norddeutschland

Kemal Dogan (Ramazan Avci Initiative)

Gabriele Heinecke (Rechtsanwältin, Hamburg)

Alexander Hoffmann (Rechtsanwalt, Kiel)

Caro Keller (NSU-Watch)

Moderation: Friedemann Bringt (BAG KR)


15:30 Uhr Kaffeepause


16:00 Uhr

Panel II: Konsequenzen aus dem NSU-Komplex? Zur Rolle von Polizei und Justiz bei der Strafverfolgung rassistischen und rechten Terrors

Tim Bleis (LOBBI – für Betroffene rechter Gewalt e.V., Rostock)

Prof. Dr. Rafael Behr (FH der Akademie der Polizei Hamburg)

Hans-Ernst Böttcher (Präsident des Landgerichts i.R., Lübeck)

Moderation: Karl-Georg Ohse (Kirche stärkt Demokratie)

Kommentar: Felix Krebs (Journalist, Hamburg)


17:30 Uhr Abendessen


18:00 Uhr

Panel III: Das gebrochene Versprechen. Zum Stand der Aufklärung der NSU-Morde in Hamburg und Rostock und der Präsenz des NSU in Norddeutschland

Alexander Kienzle (Rechtsanwalt und Nebenklagevertreter der Familie Halit Yozgat)

Ibrahim Arslan (Überlebender des Brandanschlags von Mölln)

Katrin Kirstein (Rechtsanwältin, begleitet die Familie Tasköprü)

Ayse Gülec (Initiative „6. April“ Kassel)

Moderation: Heike Kleffner (Journalistin, Berlin)

Kommentar: Dr. Vassilis Tsianos (Fachhochschule Kiel)


Ende: 20:00 Uhr




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Leitung

Dr. Christian Staffa

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche

Telefon (030) 203 55 - 411

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