Die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz im Jahr 1976 und die Gründung des Arbeitskreises Solidarische Kirche im Jahr 1986 stehen für zwei unterschiedliche Formen kirchlich geprägten Widerspruchs in der DDR. Brüsewitz setzte mit seinem radikalen Protest ein öffentliches Zeichen und forderte damit Sprachlosigkeit und Anpassung heraus. Dagegen entstand mit dem Arbeitskreis Solidarische Kirche ein Netzwerk, in dem Widerspruch gemeinschaftlich artikuliert und demokratische Praxis eingeübt wurde.
50 Jahre bzw. 40 Jahre danach fragen wir, wie Räume entstehen, in denen Widerspruch möglich wird – damals in der DDR und heute in demokratischen Gesellschaften. Die Veranstaltung verbindet historische Aufarbeitung mit einer Gegenwartsperspektive auf Protest, Zivilgesellschaft und demokratische Verantwortung inner- und außerhalb der Kirche.
Eine gemeinsame Veranstaltung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Evangelischen Akademie zu Berlin, des Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstr. 5
10117 Berlin