Versöhnung ist kein einmaliger Akt. Sie ist ein langer, oft schmerzhafter Prozess, der Aufarbeitung, Gerechtigkeitsbemühungen und die Bereitschaft zur Begegnung voraussetzt. Zivilgesellschaftliche Akteure, oftmals gegründet von Frauen, bemühen sich an vielen Orten darum, dass Versöhnung nicht bei politischen Abkommen stehenbleibt. Durch feministische Friedensarbeit, zivilgesellschaftliches Engagement und die Begegnung über ethnische Grenzen hinweg schaffen sie Räume, in denen Vertrauen neu wachsen kann – gegen das Vergessen und gegen die fortdauernde Logik der Trennung. Aber was passiert, wenn es solche Bemühungen kaum gibt?
Mit Fokus auf Bosnien und Herzegowina und auf das deutsch-deutsche Verhältnis fragen wir danach, welche Rolle Erinnerung, Anerkennung und Dialog für Gesellschaften spielen. Wo liegen die Grenzen politischer Einigung ohne gesellschaftliche Versöhnung? Und welche Verantwortung tragen Kirchen und Zivilgesellschaft dafür, Versöhnungsprozesse zu begleiten?
Im Rahmen der Reihe Female Times! laden wir Sie ein, mit Akteur:innen aus Friedensarbeit, Wissenschaft und Kirche über gelebte und verpasste Versöhnung ins Gespräch zu kommen – und darüber, was eine friedliche und solidarische Gesellschaft heute braucht.
Female Times! 100 Jahre Weltgebetstag
Der Weltgebetstag der Frauen wird 100! Unter dem Motto „Informiert beten – betend handeln“ bereiten Jahr für Jahr Frauen aus weltweit mehr als 150 Ländern den Weltgebetstag vor und feiern Gottesdienst in unzähligen Gemeinden. Jedes Jahr steht ein anderes Land im Mittelpunkt. Der Weltgebetstag ist eine geistliche und auch politische, überkonfessionelle Bewegung von Frauen. Er ist Zeichen für Versöhnung und Frieden, aber auch Ort, um für Umweltschutz, für Gleichberechtigung und gegen Gewalt und Rassismus aufzustehen.
Im Vorfeld der Feiern zu 100 Jahren Weltgebetstag laden wir unter dem Titel Female Times! ein: Theologinnen, Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen und weitere Expertinnen unter anderem aus Simbabwe, aus Bosnien und Herzegowina sowie aus Deutschland werden zu je einem Thema sprechen, das die Weltgebetstage besonders geprägt hat. Es wird um Versöhnung, um Klimaschutz und um Gewalt gehen – international, interdisziplinär und überkonfessionell.
Eine Veranstaltungsreihe des Amts für Kirchliche Dienste der EKBO und der Evangelischen Akademie zu Berlin. Konzeption: Manon Althaus, Marion Duppel, Friederike Krippner und Petra Möller.
Französische Friedrichstadtkirche
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10117 Berlin