Impulse für die deutsch-polnische Aussöhnung
Früherer Akademiedirektor Günter Berndt verstorben

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Früheres Tagungshaus der Evangelischen Akademie Berlin (West) am Kleinen Wannsee
Die Akademie erinnert an Günter Berndt, der als Direktor der Evangelischen Akademie Berlin (West) in den 1970er Jahren wichtige Impulse für die Aussöhnung mit den Ländern Osteuropas gab. Am 3. Januar ist er im Alter von 93 Jahren verstorben.
Theologisch und politisch prägten ihn in seiner Zeit als Landesjugendpfarrer der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig (1965 bis 1969) die Debatten um Studentenbewegung, Außerparlamentarische Opposition und kritische Theologie.
Von 1969 an arbeitete Berndt zunächst als Studienleiter an der damaligen Evangelischen Akademie Berlin (West) und engagierte sich dort besonders für die Aussöhnung mit Polen. Unter anderem trat er mit Reformvorstößen zur Darstellung Polens in deutschen Schulbüchern und zur Einrichtung deutsch-polnischer Schulbuchkonferenzen hervor, die dazu beitragen sollten nationale Sichtweisen auf die Geschichte zu überwinden. Und tatsächlich wurde 1972 eine Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission unter dem Dach der Unesco-Kommissionen beider Länder ins Leben gerufen, die bis heute fortbesteht.
1972 wurde Berndt zum Direktor der Akademie berufen und setzte sich auch in dieser Position dafür ein, Begegnungsmöglichkeiten mit den östlichen Nachbarländern zu schaffen. In diesem Sinne engagierte er sich auch nach seinem Ausscheiden 1978 und der Rückkehr in den Pfarrdienst weiter – nun als Vorstandsmitglied der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste.
Erschienen am 15.01.2026
Aktualisiert am 15.01.2026



