Christlicher Nationalismus, Krieg und Gastfreundschaft

Christlicher Nationalismus, Krieg und Gastfreundschaft

Jahrestagung von Oikosnet Europe in Vilnius

Gruppenfoto vor dem Altar einer Kirche mit Marmorsäulen und -figuren

© Kjell Y. Riise

Bei der Jahrestagung des europäischen Akademie-Netzwerks Oikosnet in Vilnius (Litauen) stand die Lage der Christinnen und Christen in den östlichen Grenzregionen Europas im Mittelpunkt.

Weltweit bedienen sich politische Kräfte zunehmend einer religiösen Sprache und religiöser Symbole, um ein Nationalgefühl und ihre politische Macht zu stärken – und nicht selten auch, um Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit oder Krieg zu legitimieren. Die Jahrestagung von Oikosnet Europe, einem Zusammenschluss von mehr als 40 christlichen Akademien und Bildungsstätten in ganz Europa, hat sich diesen Fragen aus der Perspektive Mittel- und Osteuropas genähert – einer Region, in der die Folgen von Krieg und geopolitischen Spannungen derzeit unmittelbar zu spüren sind. 

Gastfreundschaft als theologischer Gegenentwurf 

Die Tagung untersuchte, wie christliche Erzählungen und Symbole benutzt werden, um nationalistische Ideologien und militärische Aggression zu rechtfertigen. Zugleich fragte sie, wie Religionsgemeinschaften auf politische Vereinnahmungsversuche reagieren und ihren Glauben zur Verteidigung von Demokratie und Menschenwürde mobilisieren können. Besonderes Augenmerk galt dabei der Gastfreundschaft als theologischem Gegenentwurf zu einer Logik der Angst, Polarisierung und Ausgrenzung.

Empfohlener externer Inhalt: YouTube-Video

Die thematischen Einheiten der Tagung wurden auch per YouTube gestreamt und stehen dort weiterhin zum Abruf bereit, darunter das Hauptreferat des ukrainisch-orthodoxen Theologen Cyril Hovorun, Professor am Sankt Ignatios College in Stockholm und Direktor des Huffington Ecumenical Institute an der Loyola Marymount University in Los Angeles: Civil and Political Religions. A Hermeneutical Key to Understanding the Russian Civilizational Exceptionalism

Empfohlener externer Inhalt: YouTube-Video

Im Zentrum des zweiten Tages stand die Frage nach christlichen Antworten auf Versuche, Religion für Nationalismus und Krieg zu vereinnahmen. Zum Auftakt stelle Friederike Krippner, Direktorin der Evangelischen Akademie zu Berlin, die EKD-Friedensdenkschrift von 2025 und ihre Leitgedanken zu gerechtem Frieden in einer Welt in Unordnung vor.

Gastgeber der Tagung am 18. und 19. September 2026 in der litauischen Hauptstadt Vilnius war das Christlich-orthodoxe Institut für Bildung und Forschung in Kooperation mit der Litauischen Koinonia-Stiftung – und in den Räumlichkeiten der Litauischen Katholischen Wissenschaftsakademie.

EKD-Friedensdenkschrift in der Diskussion

Resonanzen aus der Ukraine und Polen

Wie tragfähig sind die Überlegungen der neuen evangelischen Friedensdenkschrift zu rechtserhaltender Gewalt und Gerechtem Frieden aus der Sicht der Ukraine und Polens, die unmittelbar von massiver militärischer Gewalt betroffen sind? Stimmen aus diesen Ländern zu dem Grundsatzdokument, das die …

Porträtfotos von Reiner Anselm und Friederike Krippner

Frieden braucht Recht

FAZ-Gastbeitrag von Akademiedirektorin Friederike Krippner und Reiner Anselm

Ist der Krieg der USA und Israels gegen den Iran aus friedensethischer Sicht zu rechtfertigen? Dieser Frage gehen Akademiedirektorin Friederike Krippner und der Theologe Reiner Anselm in einem Gastbeitrag nach, der am 23. April in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist. Krippner und …

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Krippner, Friederike 2020

Dr. Friederike Krippner

Akademiedirektorin

Telefon (030) 203 55 - 505

Heinz-Joachim Lohmann

Studienleiter Demokratische Kultur und Kirche im ländlichen Raum, stellvertretender Akademiedirektor

Telefon (030) 203 55 - 510

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