Überlegenshermeneutik verlernen

Vortrag

Überlegenheitshermeneutik verlernen

Die Erzählung über den zwölfjährigen Jesus im Tempel

Die Bibel neu entdecken: Antisemitismuskritische Bibelauslegungen

Tagungsnr.
21105
Von: 14.10.2021 19:00
Bis: 14.10.2021 20:30
Online
Max Liebermann: Der 12jährige Jesus im Tempel

© picture-alliance / akg-images | akg-image

Inhalt

Wie lassen sich die biblischen Geschichten ohne antijüdische Projektionsmuster erzählen? In unserer Reihe antisemitismuskritischer Bibelauslegungen spricht Claudia Janssen über Lukas 2,41-50 und die Kontroverse um den Maler Max Liebermann, der den zwölfjährigen Jesus im Tempel als jüdischen Jungen im angeregten Gespräch mit Rabbinern darstellte und damit einen Skandal auslöste.

In unserer Reihe antisemitismuskritischer Bibelauslegungen stellen renommierte Exeget*innen neue Bibelauslegungen vor, die der tradierten Stereotypisierung von Juden*Jüdinnen und Judentum entgegentreten.

Klischeehafte christliche Vorstellungen wirken oft bildhaft im säkularisierten Antisemitismus weiter: der alttestamentarische Gesetzesglauben; der Rachegott, der Blutopfer als Sühne verlangt und Beschneidung anordnet; der eine bestimmte Gruppe auserwählt (Kirche oder Synagoge) und dessen Verheißungen Nationalismus und Kolonialismus schüren. In wissenschaftlich fundierten, aber leicht zugänglichen Auslegungen bestimmter Textpassagen hinterfragen wir diese karikierenden Vorstellungen von September 2021 bis April 2022 jeden zweiten Donnerstag im Monat. Die Exeget*innen schneiden dabei die antijüdische Rezeptionsgeschichte kurz an, entwickeln aber vor allem neue, kreative und lebendige Verständnismöglichkeiten, in denen die Schrift in ihrer Tiefe und Mehrdimensionalität neu zur Geltung kommt. Die Vorträge sollen Lust machen, das Potential biblischer Texte neu zu entdecken und zu zeigen, wie sehr wir davon profitieren, wenn wir sie mit der jüdischen Tradition und nicht gegen sie lesen.

Prof.‘in Dr. Claudia Janssen ist seit 2020 Professorin für Neues Testament und Theologische Geschlechterforschung an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Sie ist Mitherausgeberin der Bibel in gerechter Sprache (2006) und des Sozialgeschichtlichen Wörterbuchs zur Bibel (2009). Zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema christlicher Antijudaismus. Aktuelles Forschungsprojekt: ein Kommentar zum Brief an die Gemeinde in Rom.

Den Bibeltext zu Lukas 2,41-50 können sie hier nachlesen in der Lutherübersetzung.

Programm

Weitere Veranstaltungen in der Reihe antisemitismuskritischer Bibelauslegungen:

11. November 2021
Jenseits der Stereotype
Die Hebräische Bibel akribisch und phantasievoll gelesen. Alexander Deeg legt Josua 3 aus

9. Dezember 2021
"Mit Blindheit geschlagen"?
Marie Hecke über intersektionale Zugänge zu neutestamentlichen Heilungsgeschichten

13. Januar 2022
Vorhaut oder Beschneidung?
Kathy Ehrensperger über paulinische Hautdebatten (Römer 3.1 und Galater 5.2)

10. Februar 2022
Sarah, Hagar, und wie weiter...
Brigitte Kahl über paulinische Entfeindungen (Galater 4:21-31)

10. März 2022
"
Wer Geschwister hat, braucht keine Feinde
Milena Hasselmann zum Bild der Pharisäer im Neuen Testament (Mt 23)

14. April 2022
Steh auf, Gott, streite Deinen Streit
Juni Hoppe legt Psalm 74 aus

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Leitung

Dr. Christian Staffa

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche

Telefon (030) 203 55 - 411

Dr. Ulrike Metternich

Projektstudienleitung Feministische befreiungstheologische Sommerakademie

Telefon (030) 203 55 – 508 (über Silke Ewe)

Dr. Katharina von Kellenbach

Dr. Katharina von Kellenbach

Projektreferentin für „Bildstörungen: Elemente einer antisemitismuskritischen pädagogischen und theologischen Praxis“

Kooperation/Förderung

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