„Du bist kostbar“

„Du bist kostbar“

Harmlose Wohlfühltheologie oder exemplarischer Störfall?

Antisemitismuskritische Bibelauslegungen

Tagungsnr.
27006
Von: 14.01.2027 19:00
Bis: 14.01.2027 20:30
Online

Ein genauer Blick auf die Losung des Kirchentags 2027 zeigt, wie schwierig es sein kann, bei der Auslegung eines Bibeltextes dem historischen Kontext und den Erkenntnissen aus dem jüdisch-christlichen Dialog gerecht zu werden – und warum es sich dennoch lohnt.

Inhalt

Mit der Losung für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2027 in Düsseldorf wurde, so scheint es zunächst, ein wunderbares, prägnantes Wort über den grundlegenden Wert eines jeden Menschen gewählt: „Du bist kostbar!“ (Jes 43,4) Schaut man etwas genauer hin, so fällt schnell auf: Der Satz spricht gar nicht über eine allgemeine Menschenwürde, sondern ist ein konkreter Zuspruch an das Volk Israel in einer ganz bestimmten historischen Situation.

Im unmittelbaren Umfeld findet sich zusätzlich der berühmte Satz: „Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jes 43,1) Auch dieser Vers ist in der christlichen Tradition häufig seines Bezugs zu Israel beraubt worden, wodurch aus dem Zuspruch an das Volk Gottes eine Anrede an christliche Individuen, z. B. in der Taufe, wurde.

Diese Verse aus dem Jesajabuch lassen deutlich erkennen, dass es schwierig sein kann, bei der Auslegung eines Bibeltextes dem historischen Kontext, der christlichen Theologie und den Erkenntnissen aus dem jüdisch-christlichen Dialog gerecht zu werden. Es lohnt sich aber, diesen Weg zu gehen – ein genauer Blick auf die beiden Textstellen zeigt, warum.

Die Referentin: Dr. Judith Filitz ist zurzeit Akademische Rätin am Lehrstuhl für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Biblische Theologie an der Universität Augsburg.

Antisemitismuskritische Bibelauslegungen

In unserer Reihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen stellen wechselnde Exegetinnen und Exegeten neue Bibelauslegungen vor, die der tradierten Stereotypisierung von Juden, Jüdinnen und Judentum entgegentreten. Die Vorträge sollen Lust machen, das Potenzial biblischer Texte neu zu entdecken und zu zeigen, wie sehr wir davon profitieren, wenn wir sie mit der jüdischen Tradition und nicht gegen sie lesen.

Programm

Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Preise und Informationen

Die Veranstaltung findet online statt. Der zoom-link wird einige Tage vorher per E-Mail versandt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Leitung

Dr. Marie Hecke

Studienleiterin für Antisemitismuskritik und Kirche, Beauftragte der EKD für den Kampf gegen Antisemitismus

Prof. em. Dr. Katharina von Kellenbach, PhD

Projektstudienleiterin Bildstörungen

Dr. Ulrike Metternich

Projektstudienleiterin Feministische Bibelgespräche

Telefon (030) 203 55 - 506 (Sekretariat Akademieleitung)

Organisation

Eichhorst, Anne

Anne Eichhorst

Sachbearbeiterin DisKursLab, Assistentin des EKD-Antisemitismusbeauftragten

Telefon (030) 203 55 - 407

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