Die Rede vom jüdischen Gott der Rache und dem christlichen Gott der Liebe bedient hartnäckige Klischees. Martin Vahrenhorst widmet sich der Aufarbeitung dieser bis heute lebendigen Vorurteile und legt dar, dass Juden wie Christen Gott als den strengen, vergelten Richter und gleichzeitig als den milden, verzeihenden Vater schildern. Sein Beitrag ist ein Versuch, die Worte der Bergpredigt als das zu hören, was sie sind: Jüdische Stimmen in einem jüdischen Diskurs, der bis heute weitergeht.
In unserer Reihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen stellen wechselnde Exeget*innen neue Bibelauslegungen vor, die der tradierten Stereotypisierung von Juden, Jüdinnen und Judentum entgegentreten.
Prof. Dr. Martin Vahrenhorst ist Professor für Neues Testament an der Fachrichtung Evangelische Theologie an der Universität des Saarlandes. Lange Jahre war er Studienleiter bei Studium in Israel e.V., einem Programm zur Förderung des christlich-jüdischen Dialogs in Jerusalem.
Erschienen am 13.08.2026
Aktualisiert am 13.08.2026