Jahrhundertelang galt der Verlust des Landes für viele Christinnen und Christen als Beweis dafür, dass die Juden wegen des „Gottesmordes“ verflucht seien. Ihre Existenz im Exil war fester Bestandteil des christlich-antijüdischen Narrativs. Der Schweizer Judaist und Theologe Christian Rutishauser SJ geht der Frage nach, was wir heute als Kirchen, als Christinnen und Christen aus theologischer Sicht über das jüdische Volk sagen können, das im Staat Israel wie auch überall auf der Welt lebt.
In unserer Reihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen stellen wechselnde Exeget*innen neue Bibelauslegungen vor, die der tradierten Stereotypisierung von Juden, Jüdinnen und Judentum entgegentreten.
Prof. Dr. Christian M. Rutishauser ist Jesuit und lehrt Judaistik am Institut für Jüdisch-Christliche Forschung der Universität Luzern.
Wie lassen sich die Klischees aufbrechen, mit denen biblische Texte und Motive aufgrund ihrer langen antijüdischen Auslegungsgeschichte behaftet sind? Vorstellungen wie die vom „heuchlerischen“ Pharisäer, einem „Erwählungsdünkel“ Israels, einer „Verschwörung“ jüdischer Eliten oder von …
Elemente einer antisemitismuskritischen pädagogischen und theologischen Praxis
Antijudaismus schafft Zerrbilder, die oft subtil und nur mit geschultem Blick zu erkennen sind. Wer sich einen „Pharisäer“ im Café bestellt, der scheinheilig Alkohol im Kaffee versteckt, wird das meist nicht im Bewusstsein tun, sich gerade an einer antisemitischen Denunziation zu beteiligen. Dabei …
Jüdische und christliche Perspektiven auf die Beheimatung des jüdischen Volkes
Jahrhundertelang galt der Verlust des Landes, in jüngerer Vergangenheit auch die fehlende Staatlichkeit, für viele Christinnen und Christen als Beweis dafür, dass die Juden wegen des „Gottesmordes“ verworfen und verflucht seien. Ihre Existenz im…
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