Grausamer Gott und gehorsamer Vater?

Vortrag

Grausamer Gott und gehorsamer Vater?

Matthias Ederer über das Opfer Isaaks

Antisemitismuskritische Bibelauslegungen

Tagungsnr.
26114
Von: 15.10.2026 19:00
Bis: 15.10.2026 20:30
Online
Barockes Ölgemälde: Ein Engel greift einem weißbärtigen Mann in den Arm, der ein Messer an die Kehle eines Jünglings legt

© Michelangelo Merisi da Caravaggio (gemeinfrei, via Wikimedia Commons) | Die Opferung Isaaks

Die Erzählung von Abraham und Isaak wird oft als Beleg für einen grausamen Gott oder einen blinden religiösen Fanatismus gelesen – Deutungen, die auch antijüdische Klischees über den Gott Israels und das Judentum befördert haben. Matthias Ederer eröffnet neue Perspektiven auf den spannungsreichen Text.

Inhalt

Wie kann Gott eine solche «Opferung» befehlen? Und wie kann ein Vater auch nur überlegen, einem solchen Befehl zu gehorchen? Die Geschichte von Abraham und Isaak (Gen 22) gehört zu den bekanntesten und zugleich herausforderndsten Texten der Bibel. Viele ihrer Lesarten befördern antijüdische Klischees; tatsächlich ist die Erzählung an vielen Stellen «doppelbödig», literarisch vielschichtig und eröffnet weit mehr Fragen und Perspektiven, als eine oberflächliche Lektüre vermuten lässt. Und vielleicht macht es einen gewaltigen Unterschied, wenn die Erzählung nicht (wie im Christentum üblich) als «Opfer Abrahams» oder als «Opferung des Isaak» tituliert wird, sondern (wie im Judentum) als «Bindung Isaaks»?

Prof. Dr. Matthias Ederer hat Judaistik und Katholische Theologie studiert und arbeitet seit 2020 als Professor für Exegese des Alten Testaments an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern (Schweiz).

In unserer Reihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen stellen wechselnde Exegetinnen und Exegeten neue Bibelauslegungen vor, die der tradierten Stereotypisierung von Juden, Jüdinnen und Judentum entgegentreten. Die Vorträge sollen Lust machen, das Potenzial biblischer Texte neu zu entdecken und zu zeigen, wie sehr wir davon profitieren, wenn wir sie mit der jüdischen Tradition und nicht gegen sie lesen. Zu der Reihe lädt die Akademie in Kooperation mit dem Institut Kirche und Judentum ein.

Preise und Informationen

Die Veranstaltung findet online statt. Der zoom-link wird einige Tage vorher per E-Mail versandt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

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IKJ Institut Kirche und Judentum
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Leitung

Dr. Christian Staffa

Studienleiter Demokratische Kultur und Kirche, Beauftragter der EKD für den Kampf gegen Antisemitismus

Telefon (030) 203 55 - 411

Prof. em. Dr. Katharina von Kellenbach, PhD

Projektstudienleiterin Bildstörungen

Dr. Ulrike Metternich

Projektstudienleiterin Feministische Bibelgespräche

Telefon (030) 203 55 - 506 (Sekretariat Akademieleitung)

Organisation

Eichhorst, Anne

Anne Eichhorst

Sachbearbeiterin DisKursLab, Assistentin des EKD-Antisemitismusbeauftragten

Telefon (030) 203 55 - 407

Antisemitismuskritische Bibelauslegungen

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