Die Psalmen sind fester Bestandteil der jüdischen wie auch christlichen Frömmigkeits- und Liturgiegeschichte. In der christlichen Verwendung von Psalmen spiegelt sich durch die Zeiten hindurch das Verhältnis zum Judentum wider. Deutlich wird dabei insbesondere die fatale Deutung, es sei für das christliche Psalmenbeten nötig, den Text zu „verchristlichen“ oder zu „taufen“. Theresa Dittmann zeigt, dass Psalmen als Gebetsworte des Volkes Israel vielmehr die jüdische Ursprungsgeschichte unserer gottesdienstlichen Texte bezeugen. Sie beleuchtet die geschichtliche Entwicklung der Psalmentradition in Judentum und Christentum und über eine angemessene liturgische Praxis im christlichen Umgang mit den Psalmen.
Die Pfarrerin Theresa Dittmann hat derzeit die Studienleitung Gottesdienst beim Amt für kirchliche Dienste (AKD) der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) inne.
In unserer Reihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen stellen wechselnde Exegetinnen und Exegeten neue Bibelauslegungen vor, die der tradierten Stereotypisierung von Juden, Jüdinnen und Judentum entgegentreten. Die Vorträge sollen Lust machen, das Potenzial biblischer Texte neu zu entdecken und zu zeigen, wie sehr wir davon profitieren, wenn wir sie mit der jüdischen Tradition und nicht gegen sie lesen. Zu der Reihe lädt die Akademie in Kooperation mit dem Institut Kirche und Judentum (IKJ) ein. Die Veranstaltungen werden für das IKJ von Pfarrerin Dr. Marie Hecke mitgeleitet.
Einlass ist ab 18.30 Uhr.