Blinder Glaubensgehorsam?

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Blinder Glaubensgehorsam?

Matthias Ederer über die Bindung Isaaks

Abraham soll seinen eigenen Sohn opfern, so hat es Gott geboten – und damit scheint diese biblische Geschichte von einem grausamen Gott und blindem Fanatismus zu erzählen. Matthias Ederer arbeitet mit dem hebräischen Text und öffnet neue Perspektiven.

Er legt den Schwerpunkt auf Isaak, der kein Kind ist, sondern als erwachsener Mann das schwere Holz für die verlangte Opferung trägt und freiwillig auf den dafür bestimmten Berg steigt. Er ist Subjekt des „Glaubenstestes“ – nicht nur Abraham. Das hebräische Wort für diesen „Test“ taucht auch in einer anderen Erzählung auf: als die Israeliten hungrig durch die Wüste irren und von Gott mit Manna beschenkt werden, das aber immer nur für einen Tag ausreicht (außer am Schabbat). Sie müssen ihr Überleben jeden Tag erneut ins Gottes Hand legen.

Ederer argumentiert, dass mit der Bindung Isaaks die Erfahrungen einer bedrohten Exilgemeinschaft literarisch verarbeitet werden, die immer wieder nur knapp im Vertrauen auf den einen Gott und dessen Verheißungen überlebt. Ohne antijüdische Klischees wird diese klassische Geschichte theologisch tiefsinnig und literarisch vielschichtig.   

In unserer Reihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen stellen wechselnde Exeget:innen neue Bibelauslegungen vor, die der tradierten Stereotypisierung von Juden, Jüdinnen und Judentum entgegentreten. 

Prof. Dr. Matthias Ederer arbeitet seit 2020 als Professor für Exegese des Alten Testaments an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern (Schweiz).

Antisemitismuskritische Bibelauslegungen

Wie lassen sich die Klischees aufbrechen, mit denen biblische Texte und Motive aufgrund ihrer langen antijüdischen Auslegungsgeschichte behaftet sind? Vorstellungen wie die vom „heuchlerischen“ Pharisäer, einem „Erwählungsdünkel“ Israels, einer „Verschwörung“ jüdischer Eliten oder von …

Bildstörungen

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Elemente einer antisemitismuskritischen pädagogischen und theologischen Praxis

Antijudaismus schafft Zerrbilder, die oft subtil und nur mit geschultem Blick zu erkennen sind. Wer sich einen „Pharisäer“ im Café bestellt, der scheinheilig Alkohol im Kaffee versteckt, wird das meist nicht im Bewusstsein tun, sich gerade an einer antisemitischen Denunziation zu beteiligen. Dabei …

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2026 15 Okt

Online

Grausamer Gott und gehorsamer Vater?

Matthias Ederer über das Opfer Isaaks

Die Erzählung von Abraham und Isaak wird oft als Beleg für einen grausamen Gott oder einen blinden religiösen Fanatismus gelesen – Deutungen, die auch antijüdische Klischees über den Gott Israels und das Judentum befördert haben. Matthias Ederer… weiter

Dr. Christian Staffa

Studienleiter Demokratische Kultur und Kirche, Beauftragter der EKD für den Kampf gegen Antisemitismus

Telefon (030) 203 55 - 411

Dr. Ulrike Metternich

Projektstudienleiterin Feministische Bibelgespräche

Telefon (030) 203 55 - 506 (Sekretariat Akademieleitung)

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